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Die 10 beliebtesten Pferderassen in Deutschland

1. Juni 2020 // Lena Junker

Einmal mit dem Pferdevirus infiziert, ist es mehr als schwierig, diesen wieder loszuwerden, und das manchmal vielleicht sogar zum Leidwesen unseres Umfeldes. Familie und Freunde mussten mit Sicherheit schon das ein oder andere Mal erfahren, dass für uns Pferdeleute die majestätischen Tiere nun mal an erster Stelle stehen. Zum Glück hat hinsichtlich der pferdigen Vierbeiner jeder seine eigenen Vorlieben und die Vielfalt an unterschiedlichen Pferderassen bleibt erhalten. Für manche Reiter stehen sportliche Ziele weit oben auf der Prioritätenliste und andere bevorzugen es lieber, den Wald mit einem nervenstarken Partner zu erkunden. Daher sind die Zuchtziele der Pferderassen sehr unterschiedlich. Wir haben für euch die zehn beliebtesten Pferderassen in Deutschland zusammengefasst und gehen näher auf die jeweiligen Besonderheiten ein.

Das Shetlandpony

Fangen wir mal den Kleinsten an. "Klein, aber Oho" könnte man zu diesen flinken Fellknäulen auf vier Beinen sagen. Aufgrund ihrer Größe mit einem Stockmaß von 87–107 cm werden sie gerne als Einsteigerpony für Kinder genutzt. Sie sind auch im Fahrsport zu finden oder werden als Showtiere eingesetzt.

Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße gehören sie zu den stärksten Pferden überhaupt, denn ein trainiertes Shetlandpony kann das Doppelte seines Körpergewichtes ziehen und um die 60 kg tragen.

Shetlandpony

Bekannt sind sie vor allem für ihren eigenen Kopf und jedes Kind, das reitet, ist mit Sicherheit schon von einem dieser kleinen Vierbeiner abgesetzt worden. Ursprünglich stammt das Shetlandpony von den gleichnamigen Inseln, die sich in England befinden. Verbreitet ist die Rasse nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Es ist in allen Farben vertreten, interessant ist jedoch, dass in der Zucht Tigerschecken verboten sind.

Das Deutsche Reitpony

Wie der Name schon vermuten lässt, wird das Deutsche Reitpony vor allem für den Reitsport eingesetzt. Gezüchtet wird diese recht junge Pferderasse seit dem 20. Jahrhundert in Deutschland, wo auch dessen Ursprung liegt. Mittlerweile ist diese Ponyrasse aber in vielen weiteren europäischen Ländern vertreten. Gerade bei jungen Reitern ist der Allrounder sehr beliebt, da es im Vergleich zu anderen Ponys größer und eleganter ist. Daher wird es viel im Turniersport eingesetzt und ähnelt von seinem Körperbau eher einem Großpferd im Kleinformat.

Portrait Deutsches Reitpony

Das Deutsche Reitpony erreicht ein Stockmaß zwischen 138 und 148 cm und ist in allen Pferdefarben vertreten. Besonders beliebt sind die Palominos mit goldener Fellfarbe und weißem Langhaar. Viele Züchter haben sich entweder auf eine Spring- oder Dressurabstammung spezialisiert und ein wirklich gutes Deutsches Reitpony kann bis zu einem hohen sechsstelligen Betrag kosten.

Vor allem bei Springponys ist die Zucht immer ein Glücksspiel, da die Tiere möglichst groß werden sollen, um bessere Chancen zu haben, die teilweise sehr hohen Hindernisse zu überwinden. Andererseits müssen sie aber im Ponymaß bleiben, um an den extra für Ponys ausgeschriebenen Prüfungen starten zu dürfen. Da kann dann ein Zentimeter zu viel schon mal mehrere tausend Euro kosten.

Der Holsteiner

Der klassische Pferdesport spielt in Deutschland seit vielen Jahren eine große Rolle. Dies wird auch daran ersichtlich, dass der Holsteiner als eine der beliebtesten Pferderassen der Deutschen gilt. Diese Rasse mit ihrer traditionsreichen Zuchtgeschichte stammt aus Schleswig-Holstein und ist in ganz Europa sowie den USA verbreitet.

Mit ihrem athletischen Gebäude, welches aus der Einkreuzung mit englischen Vollblütern resultiert, sind sie vor allem für den Sport geeignet. Durch den früheren Einsatz in der Landwirtschaft und die schwierige Bodenbeschaffenheit waren die Tiere einer stetigen Selektion ausgesetzt. Das bedeutet, dass nur die stärksten Tiere eingesetzt und mit ihnen weiter gezüchtet wurde. In den Kriegsjahren wurden die Holsteiner dann auch als verlässliche Nutztiere in der Kavallerie eingesetzt.

Pferd mit zwei Fohlen auf Wiese

Holsteiner besitzen eine ausgeprägte Hinterhand, weshalb die Spitzenpferde vorwiegend im Bereich des Springreitens zu finden sind. Das Stockmaß dieses Tieres liegt bei ca. 165 bis 175 cm und abgesehen von Schecken findet man diese Rasse in jeder Farbvariante vor. Braune treten jedoch am häufigsten auf.

Der Oldenburger

Ebenfalls in Deutschland gezüchtet - in einem der größten Pferdezuchtverbände - wird der Oldenburger, und das schon seit dem 17. Jahrhundert. Verbreitet ist diese Pferderasse vorrangig in Deutschland, wo sie im Sport eingesetzt wird und mittlerweile viele internationale Erfolge vorweisen kann. Der ursprünglichen schwereren Rasse “Alt-Oldenburger” mit der typischen Rammsnase, welche heute noch für das Kutsche fahren eingesetzt wird, wurden leichtere Pferderassen eingekreuzt, um ein modernes Sportpferd zu bekommen.

Innerhalb der Oldenburger-Zucht gibt es noch die auf den Springsport fokussierte Pferderasse Internationales Oldenburger Springpferd (OS). Der Oldenburger kann zwischen 165 und 179 cm groß werden und ist – die Fellfarbe betreffend – meist ein Rappe, Brauner, Fuchs oder Schimmel.

Der Hannoveraner

Der Hannoveraner gilt als eines der beliebtesten Sport- und Turnierpferde der Deutschen. Ursprünglich aus der Region Hannover stammend, gehört der Hannoveraner zu den erfolgreichsten Rassen im Pferdesport und ist mittlerweile weltweit verbreitet. Er zeichnet sich durch sein großes Springvermögen aus, ist aber aufgrund seiner guten Grundgangarten ebenso im Dressur- und Fahrsport ausgesprochen beliebt. Durch diese ideale Kombination ist der Hannoveraner auch im Vielseitigkeitssport immer wieder auf dem Treppchen zu finden.

Frau reitet braunes Pferd auf Wiese
Copyright Sophia Grabig Fotografie

Die Geschichte der Pferderasse begann im 16. Jahrhundert zunächst in der Landwirtschaft und im Militär. Als die Zeit der Arbeitstiere vorüber war, begann man mit Trakehnern und Vollblütern die Hannoveraner zu veredeln und erhielt ein gutes Sportpferd, welches seit dem 19. Jahrhundert zu den berühmtesten Turnierpferden zählt. Die Rasse erreicht ein Stockmaß zwischen 160 und 185 cm und ist in den gängigen Pferdefarben vertreten.

Der Württemberger

Der Württemberger zählt nicht unbedingt zu den 10 beliebtesten Pferderassen, aber da FUNDIS Reitsport in Baden-Württemberg beheimatet ist, möchten wir die Rasse dennoch vorstellen.

Diese Rasse wird hauptsächlich im Haupt- und Landgestüt Marbach gezüchtet und gilt als typisches deutsches Sportpferd. Die ursprüngliche Zuchtform wird als Altwürttemberger bezeichnet und ist wesentlich schwerer als der moderne Württemberger, welcher elegant, großlinig und harmonisch sein sollte.

Frau springt Pferd

In der Umzuchtphase vom kräftigen Arbeitstier hin zum eleganten Sportpferd wurden häufig Trakehner- sowie Vollblutaraberhengste eingesetzt, wodurch der Pferderasse die oft edlen Köpfe vererbt wurden.

Die Hengste, welche in Marbach der Württemberger-Zucht zur Verfügung stehen, weisen große Ähnlichkeiten zu Trakehnern auf und zeichnen sich durch ihre Springveranlagung und gute Grundgangarten aus. Als Größe gibt der Baden-Württembergische Zuchtverband 160 bis 177 cm Stockmaß vor. In der Zucht zugelassene Farben sind Füchse, Braune, Rappen, Schimmel und Schecken.

Das Quarter-Horse

Das Quarter Horse ist ein aus Amerika stammendes Westernpferd, was speziell im Westernreitsport eingesetzt wird. Auch im Freizeitbereich können sich viele Deutsche für dieses nervenstarke Pferd begeistern, welches für seine Vielseitigkeit bekannt ist. Sein Ursprung wurde im 18. Jahrhundert in den USA gelegt, wo es bei der Eroberung des Westens eine wesentliche Rolle spielte.

Auch heute wird es hauptsächlich noch in den Staaten gezüchtet, ist allerdings weltweit verbreitet und mit über 4,6 Millionen registrierten Pferden die zahlenmäßig häufigste Pferderasse der Welt.

Frau reitet auf Quarter-Horse

Es erreicht ein Stockmaß zwischen 145 und 175 cm und ist in allen Fellfarben vertreten. Das klassische Quarter Horse ist muskulös, schnell und wendig und wurde nach den in den Südstaaten beliebten Quarter Mile Races benannt. Durch die verschiedenen Disziplinen im Westernsport wurden jedoch unterschiedliche Typen gezüchtet, welche optimal für das jeweilige Einsatzgebiet angepasst sind.

Der Friese

„Majestätisch“ ist wohl das erste Wort, welches einem im Zusammenhang mit Friesen in den Kopf schießt. Die schwarzen Perlen stammen ursprünglich aus Friesland (Niederlande) und zählen zu den ältesten Pferderassen Europas mit einer bemerkenswerten Zuchtgeschichte. Reinrassige Andalusier sind die einzige eingekreuzte Rasse, welche sich in den Stammbäumen der Friesen finden lässt. Ihnen haben sie den schlanken Kopf, gebogenen Hals und die unverkennbare “hohe Knieaktion” zu verdanken.

Friese galoppiert

Neben üppigem Langhaar ist vor allem die schwarze Farbe ein wichtiges Zuchtziel. Tiere mit weißen Abzeichen können nicht ins Zuchtbuch eingetragen werden, wobei ein kleiner Stern auf der Stirn hier eine Ausnahme darstellt. Vor allem zu Kriegszeiten waren die Friesen aufgrund ihrer Stärke sehr beliebt, aber Anfang des 20. Jahrhunderts war die Rasse sehr gefährdet, da es nur noch wenige Zuchthengste gab. Mittlerweile hat sich dies wieder stabilisiert und die Rasse erfreut sich einer steigenden Beliebtheit. Vor allem auch vor der Kutsche geben die edlen, zwischen 155 und 175 cm großen Tiere ein gutes Bild ab.

Der Isländer

Wie der Name schon sagt, stammt diese robuste Pferderasse aus Island. Die Tiere werden zwar nur zwischen 125 und 148 cm groß, können aber aufgrund ihres kräftigen Körperbaus auch von Erwachsenen geritten werden. Das Besondere an den Isländern ist, dass sie neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp zusätzlich über die Gangarten Tölt und Pass verfügen.

Gerade die sehr bequeme Gangart Tölt hat wesentlich zur Beliebtheit und Verbreitung des Islandpferdes im Freizeitsport beigetragen.

Nur Tiere ohne Fremdbluteinkreuzung und lückenloser Abstammung, die nach Island zurückzuverfolgen ist, werden als Islandpferd anerkannt. Tiere, die einmal die Insel verlassen haben oder außerhalb der Insel zur Welt kamen, dürfen nicht nach Island eingeführt werden. Damit soll die Ausbreitung von Krankheiten vermieden werden.

Aufgrund ihrer optimalen Anpassung an die rauen Wetterverhältnisse in Island, bekommen die Isländer das typische dicke Winterfell, für welches sie bekannt sind. Daher sind sie besonders robust und für das Leben im Offenstall geeignet. Die Tiere sind in so gut wie jeder erdenklichen Fellfarbe zu finden.

Islandpferd

Der Haflinger

Der Haflinger ist eine überaus robuste und vielseitige Pferderasse, welche vor allem im Fahr- und Freizeitsport eingesetzt wird. Er stammt ursprünglich aus Südtirol, wo er als Arbeits- und Saumpferd eingesetzt wurde. Hierdurch erlangte der Haflinger sein genügsames, robustes und trittsicheres Wesen, welches ihn zu einem der beliebtesten Pferderassen weltweit macht. Er erreicht ein Stockmaß zwischen 138 und 152 cm und ist nur in der Farbe Lichtfuchs vertreten.

Haflinger steht auf einer Wiese

Zur Verbesserung der Reitpferdeeigenschaften wurden teilweise in Deutschland und in den Niederlanden Araber mit eingekreuzt. Dadurch entstanden die zwei unterschiedlichen Haflingertypen. Der schwerere Typ, der vor allem im Freizeitsport, aber auch im Fahrsport zu finden ist, und der sportliche Typ, der immer mehr im Turniersport zu sehen ist.

Schon gewusst?

Das erste geklonte Pferd überhaupt ist die Haflingerstute Prometea. Sie wurde im Jahre 2003 geboren und brachte fünf Jahre später sogar ein eigenes Fohlen zur Welt.

Für welche Pferderasse du dich auch entscheidest, das Wichtigste ist, dass sie zu dir, deinem reiterlichen Können, aber auch zu den Zielen passt, welche du dir für den Reitsport gesetzt hast. Diese können ganz unterschiedlich aussehen und von möglichst entspannten Ausritten bis hin zur Teilnahme an Turnieren reichen. Die Vielfalt unter den Pferderassen ist so groß, dass du mit Sicherheit schnell die für dich passende Rasse finden wirst.

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    Ich bin 29 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben. Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.
    Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. 🙂

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