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Islandpferd: Pferderassen-Portrait

4. März 2022 // Larissa Zimmer

Steckbrief Islandpferd
Rasse: IslandpferdLebenserwartung: 35 Jahre
Gruppe: PonyStockmaß: 130-145 cm
Ursprung: IslandGewicht: 300-400 kg
Zucht seit: ca. 900Fellfarbe: Alle Farben außer Tigerschecke
Hauptzuchtgebiet: Island, Deutschland, Österreich, Schweden und DänemarkKörperbau (Exterieur): Kräftig, kompakt, wuschelige Mähne und dichtes Fell
Verbreitung: Europa, Nord- und SüdamerikaCharakter (Interieur): Genügsam, freundlich, ausgeglichen, leistungsbereit, robust
Einsatzgebiet: Reitpferd für Turnier- und FreizeitsportBesonderheiten: Gangarten "Tölt" und/oder "Pass"

Isländer: Pferde mit Charme und freundlichem Charakter

Das Islandpferd – oder auch Islandpony genannt – zählt zu den beliebtesten Pferderassen, da es sehr gutmütig und ausgeglichen ist. Obwohl Isländer eine Größe von maximal 145 cm erreichen, eignen sie sich nicht nur für Kinder, sondern können aufgrund ihres muskulösen und stämmigen Körpers ohne Probleme auch einen Erwachsenen tragen. Besonders Reitanfänger sind von dieser Rasse angetan, da „Isis“, wie sie auch gerne genannt werden, als nervenstark und geduldig gelten.

Die Frage „Was wiegt ein Islandpferd?“ können wir dir natürlich auch beantworten: Wie in unserem Isländer Steckbrief oben schon geschrieben, hat die beliebte Pferderasse ein Gewicht von 300–400 kg und somit unterscheiden sich die Tiere nur wenig untereinander.

Neben seinem freundlichen Charakter und seiner Robustheit ist das Islandpferd auch wegen seiner vielfältigen Fellfarben so beliebt. Von Rappen über Braune, Füchse und Schimmel bis hin zu Schecken (keine Tigerschecken) und Palominos ist alles vertreten. Eine besondere Farbvariante ist selbst unter Reitern oft unbekannt: Isländer in Windfarbe haben schokobraunes bis schwarzes Fell und helle Mähnen- sowie Schweifhaare.

Islandpferd in Windfarbe
Schokobraunes Fell und helle Mähne: Ein windfarbener Isländer.

Die besonderen Gangarten der Islandpferde

Neben den üblichen Gangarten Schritt, Trab und Galopp beherrschen die Isländer „Tölt“ und/oder „Pass“. Wirst du einmal einen Isländer reiten, merkst du schnell, dass Tölt sehr bequem zu sitzen und rückenschonend ist. Das liegt daran, dass es keine Schwebephasen gibt, sondern immer mindestens ein Pferdebein am Boden ist. Je nach Veranlagung kann der Tölt vom Arbeitstempo bis hin zur Galoppgeschwindigkeit geritten werden.

Doch warum tölten Isländer? Meistens beherrscht ein Islandpferd den Tölt von Geburt an und bietet diesen sogar freiwillig an. Ist dies nicht der Fall, kann ein erfahrener Reiter dem Pferd die Gangart aber auch noch problemlos beibringen, da nur wenige Islandponys keine Veranlagung zum Tölten haben. Für Fans dieser Rasse gibt es wohl nichts Schöneres, als in einem bequemen Tölt durch die Natur zu reiten.

Der Pass ist etwas ungewöhnlicher und wird nur über kurze Strecken im Renntempo geritten. Die 5. Gangart ist im Gegensatz zum Tölt nicht bei jedem Islandpferd genetisch veranlagt. Ein Pferd, welches den Rennpass gut beherrscht, kann eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen und sieht dabei aus, als würde es über den Boden fliegen. Aufgrund seiner Schwierigkeit wird der Rennpass auch als Königsgangart bezeichnet.

Die Geschichte und was du sonst noch über Isländer wissen solltest

Ende des 9. Jahrhunderts kamen Wikinger aus Norwegen und Schottland mit Germanen- und Keltenponys nach Island. Aus diesen beiden Rassen entstand im Laufe der Zeit das Islandpferd. Die Bauern waren auf die Tiere angewiesen, denn die Siedlungen trennten weite Wege und konnten nur zu Pferd erreicht werden. Vor über 1000 Jahren wurde beschlossen, dass Isländer nicht mit anderen Pferderassen gekreuzt werden dürfen. Deshalb dürfen bis heute keine Pferde nach Island importiert werden.

Zwei Isländer stehen im Freien
© Natalie Schwarzkopf

Bei weltweit 300.000 Isländern stellst du dir vielleicht die Frage: Wie viele Islandpferde gibt es in Island selbst? Und gibt es sie nur in Island? Die Antwort lautet Nein. Zwar lebt der größte Teil von ihnen dort, aber nicht die Mehrheit. In Island leben etwa 78.000 Islandponys, gefolgt von Deutschland mit nahezu 65.000.

Besonders interessant sind isländische Pferdenamen, denn diese beziehen sich entweder auf die Fellfarbe, das Temperament und die Persönlichkeit, oder stammen aus der nordischen Mythologie.

Namen für Islandpferde mit Bedeutung:

  • Blakkur: der Dunkle
  • Ljúfur: der Liebe
  • Svaki: der Heftige
  • Blesi: der mit der Blesse
  • Loki: Gott der Hinterlist, Bruder von Thor

Das älteste Islandpferd der Welt

Stolze 57 Jahre (1897 – 1954) wurde die Stute von Andreas Larsen und ist somit das älteste Islandpferd der Welt. Aufgrund der äußerst hohen Lebenserwartung sind die Isländer wahre Freunde fürs Leben.

Inhalt //

    Die Autoren

    Ich bin Bloggerin bei FUNDIS Reitsport und kann hier meinen Traum leben: Das Hobby mit dem Beruf verbinden. Seit über 20 Jahren bin ich begeisterte Reiterin und bringe euch in meinen Blogbeiträgen die Themen aus den unterschiedlichen Sparten des Reitsports näher.
    Fragen und Wünsche dürft ihr gerne in die Kommentare schreiben. 🙂

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