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Die Reitabzeichen und alles Wissenswerte darüber

Nach der Einführung der neuen Reitabzeichen vor einiger Zeit, haben viele Reiter noch Schwierigkeiten den Überblick zu bewahren. Die Bezeichnung kleines und großes Hufeisen oder Reitabzeichen gibt es so nicht mehr und auch wurde das ein oder andere Abzeichen hinzugefügt. Die Reitabzeichen im Überblick und was du darüber wissen solltest, erklären wir dir in diesem Beitrag.

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WIESO BRAUCHST DU DIE REITABZEICHEN ÜBERHAUPT?

Der Grundgedanke der Reitabzeichen besteht darin dem Reiter, aber auch Fahrer oder Voltigierer das Lernen in kleinen Schritten zu ermöglichen und so seine Fortschritte zu dokumentieren. Mit jedem Reitabzeichen steigen die Anforderungen, was wiederum zur Ausbildungsüberprüfung dient. Dies ist unabhängig vom Turniersport zu betrachten und soll vielmehr als Motivation gesehen werden, sich mit dem Pferd weiterzubilden. Das bedeutet, dass auch als nicht Turnierreiter das Absolvieren eines Reitabzeichens für dich interessant sein könnte. Sie sind für jeden Ausbildungsstand ausgelegt und werden altersgerecht geprüft. Möchtest du in den Turniersport einsteigen und dort weiterkommen, sind die Reitabzeichen Grundvoraussetzung.

Neben der praktischen Überprüfung des reiterlichen Könnens wird auch eine Theorieprüfung abgelegt. Sie wird als Stationsprüfung durchgeführt, welche dazu dienen soll, zu überprüfen, ob der Prüfling sein theoretisches Wissen auch praktisch Anwenden kann. Es ist nicht mehr wie früher das klassische Frage-Antwort -Spiel sondern der Prüfer lässt sich alles direkt am Pferd oder in der Reitbahn zeigen und beantworten. Durch diese Art der Prüfung, wird sichergestellt, dass du den Umgang mit dem Pferd beherrscht und wichtiges theoretische Wissen abgefragt, was wiederum zum Tierschutz beiträgt.

REITABZEICHEN 10-6

Die Reitabzeichen 10-6 sind vor allem für Kinder, Jugendliche oder Reitanfänger ausgelegt. Sie können in beliebiger Reihenfolge durchgeführt und auch übersprungen werden. Mit den Reitabzeichen 10-6 soll der Reiter quasi von den ersten reiterlichen Erfahrungen bis zu einer soliden Grundausbildung begleitet werden, um so zum Beispiel eine gute Voraussetzung für eine Teilnahme an Turnieren zu schaffen. Die Prüfungsatmosphäre bereitet den Reiter gut auf die ersten WBO Starts vor, für die noch keine Jahresturnierlizenz notwendig ist.

Die Stationsprüfung ist auch bei diesen Reitabzeichen ein Bestandteil und testet den Prüfling je nach Schwierigkeitsgrad von Pferdepflege, Bodenarbeit über Bahnregeln, Rassen, Fellabzeichen bis zu den ethischen Grundsätzen sowie Pferdehaltung. Bei diesen Abzeichen gibt es keine Noten bei der Prüfung sondern noch “Bestanden” oder “Nicht Bestanden”. Bei einer nicht bestandenen Prüfung kann diese zum nächstmöglichen Zeitpunkt wiederholt werden.

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 Den alten Abzeichen, wie dem Steckenpferd, oder dem kleinen und großen Hufeisen, wurden noch zwei weitere Schritte hinzugefügt. So startet das Reitabzeichen 10, welches mit dem früheren Steckenpferd vergleichbar ist, mit dem Reiten an der Longe oder geführt im Schritt und Trab (Leichttraben und Aussitzen). Die Anforderungen sind ähnlich zu denen eines Führzügelwettbewerbs und es ist sogar das Reiten mit einem Longiergurt erlaubt.

Der nächste Schritt ist das Frei-Reiten, welcher beim Reitabzeichen 9 geprüft wird. Früher als kleines Hufeisen bekannt, wird hier das Reiten in der Gruppe in den drei Grundgangarten abverlangt.

Das Reitabzeichen 8 ist ein quasi ein Zwischenschritt zwischen dem früheren kleinen und großen Hufeisen. Der Prüfling muss sein Pferd oder Pony nach Weisung des Ausbilders in Anlehnung der KLasse E vorstellen und das Reiten ohne Bügel ist in der Regel ebenso ein Bestandteil. Zur Vorbereitung auf den Springsport ist eine Teilprüfung das Reiten im leichten Sitz und eines Geschicklichkeitsparcours.

Das große Hufeisen wurde durch das Reitabzeichen 7 ersetzt. Bei der Teilprüfung Dressur wird eine Dressurreiteraufgabe auf dem Dressurviereck in Anlehnung an die Klasse E gefordert, welche einzeln oder zu zweit geritten werden kann. Außerdem ist das Reiten im leichten Sitz und über Bodenricks ein weiterer Bestandteil, der mit dem Reiten im Gelände verbunden werden sollte.

Letztes Reitabzeichen der sogenannten “Motivationsabzeichen” ist das der Klasse 6. Hier muss der Prüfling eine Dressurreiteraufgabe in Anlehnung an Klasse E (einzeln oder zu zweit) absolvieren, ohne Steigbügel in allen drei Grundgangarten reiten und die ersten niedrigen Hindernisse überwinden. Ebenso sollte auch hier das Geländereiten mit abgeprüft werden.

REITABZEICHEN 5-1

Für jeden Turnierreiter in Deutschland ist das Absolvieren des Reitabzeichens 5, den meisten noch bekannt als kleines Reitabzeichen oder DRA Kl. IV, früher oder später ein Muss. Denn nur mit einem bestandenen Reitabzeichen dieser Klasse, kannst du dich in die Leistungsklasse 6 einstufen lassen und eine Jahresturnierlizenz beantragen, welche Grundvoraussetzung für die Teilnahme an LPO-Turnieren ist. Das RA 4 ist dann wiederum in der weiterführenden Ausbildung des Reiters Voraussetzung, um in die Leistungsklasse 5 zu kommen. Im Gegensatz zu früher kannst du bei den neuen Reitabzeichen unter gewissen Voraussetzungen die Prüfung disziplinspezifisch ablegen.

Eine Prüfung gilt dann als erfolgreich, wenn die Durchschnittsnote der praktischen Stationen nicht unter 5,5 liegt (bei den disziplinspezifischen Abzeichen bei 6,0), keine Einzelnote einer Teilprüfung unter 5,0 und die Stationsprüfung außerdem mit einem “Bestanden” absolviert wurde. Wird diese Note in einer der Teilprüfungen nicht erreicht, kann die Prüfung frühestens nach drei Monaten wiederholt werden. Das Tragen eines Turnieroutfits bei den Prüfungen von Reitabzeichen 5-1 ist erwünscht. Außerdem ist die Mitgliedschaft in einem Pferdesportverein, der einem der FN angeschlossenen Landes- und/oder Anschlussverbände angehört, für die Teilnahme an diesen Reitabzeichen Voraussetzung.

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Reitabzeichen 5

Das Reitabzeichen 5 ist wie schon erwähnt ein wichtiger Schritt für alle Turnierreiter. Ab 21 Jahren und im Besitz des RA 6 und R A7 kannst du, im Gegensatz zu früher, das Reitabzeichen 5 gleich disziplinspezifisch in Dressur, Springen oder Geländereiten absolvieren. Bei diesem Reitabzeichen soll geprüft werden, ob du dich auf einem sicheren “E-Niveau” befindest.

Als Voraussetzung zur Teilnahme musst du im Besitz des Pferdeführerscheins Umgang/Basispasses Pferdekunde oder der Reitabzeichen 7 und 6 sein am Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben. Dein Pferde, welches du in der Prüfung vorstellst, muss mindestens 5 Jahre alt und in der Ausbildung so weit sein, dass es den Prüfungsanforderungen genügt.

Die Anforderungen und Inhalte des RA 5 sind:

  • Dressurreiterprüfung Kl. E: einzeln oder zu zweit, Hilfszügel erlaubt, Reiten ohne Steigbügel in allen drei Grundgangarten
  • Stilspringprüfung Kl. E mindestens 6 Hindernisse, Überprüfung des leichten Sitzes

RA 5 Disziplinspez. Dressur:

  • Dressurreiterprüfung Kl. A
  • Reiten im leichten Sitz und über Bodenricks

 Disziplinspez. Springen:

  • Reiten von Elementen der Dressurausbildung von Springpferden
  • Stilspringprüfung der Kl. A

 Disziplinspez. Gelände:

  • Reiten von Elementen der Dressurausbildung von Geländepferden
  • Stilgeländeritt Klasse E/A

 Stationsprüfung:

  • Prüfungsgespräch zur Praxis, Reitlehre
  • Kenntnisse zum Einstieg in den Turniersport
  • Kenntnisse zur Unfallverhütung
  • Bodenarbeit: Vorführen auf der Dreiecksbahn, Training mit Stangen, systematische Desensibilisierung (Umweltreize)

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Reitabzeichen 4

Möchtest du in deiner Turniersportkarriere weiterkommen, wirst du früher oder später mit dem RA 5 (früher DRA Kl. III) konfrontiert werden. Dies benötigst du, um dich in die Leistungsklasse 5 einstufen zu lassen und in schwereren Klassen zu starten.

Als Voraussetzung zur Teilnahme musst du im Besitz des Reitabzeichens 5 sein und am Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben. Dein Pferde, welches du in der Prüfung vorstellst, muss mindestens 5 Jahre alt und in der Ausbildung so weit sein, dass es den Prüfungsanforderungen genügt.

Die Anforderungen und Inhalte des RA 4 sind:

  • Dressurreiterprüfung Kl. A: einzeln oder zu zweit, Hilfszügel nicht erlaubt
  • Stilspringprüfung Kl. A mit Standardanforderungen

Disziplinspez. Dressur:

  • Dressurreiterprüfung Kl. L auf Trense
  • Reiten im leichten Sitz und über Bodenricks

Disziplinspez. Springen:

  • Reiten von Elementen der Dressurausbildung von Springpferden
  • Stilspringprüfung der Kl. A** mit Standardanforderungen

Disziplinspez. Gelände:

  • Reiten von Elementen der Dressurausbildung von Geländepferden
  • Stilgeländeritt Klasse A

Stationsprüfung:

  • Prüfungsgespräch zur Praxis, Reitlehre
  • Fitness des Reiters
  • Grundausrüstung eines Reitpferdes

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Reitabzeichen 3

Dieser Zwischenschritt wurde bei der Neuerung des Reitabzeichens-Systems hinzugefügt. Durch die Dressurreiter-L soll der recht große Schritt von Dressurreiter-A (RA 4) zur Dressurreiter-L auf Kandare (RA 2) überbrückt werden. Im Springen wird dies durch ein Stilspringen A** erreicht. Dieses Reitabzeichen ist nicht mehr zwingend notwendig, um höhere Leistungsklassen zu erreichen. Dies kann auch über Erfolge im Turniersport geschehen.

Als Voraussetzung zur Teilnahme musst du im Besitz des Reitabzeichens 4 sein und am Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben. Dein Pferde, welches du in der Prüfung vorstellst, muss mindestens 5 Jahre alt und in der Ausbildung so weit sein, dass es den Prüfungsanforderungen genügt. Beim Reitabzeichen 3 disziplinspezifisch allerdings musst du darauf achten, dass dein Pferd mindestens 6 Jahre alt ist.

Die Anforderungen und Inhalte des RA 3 sind:

  • Dressurreiterprüfung Kl. L auf Trense, einzeln geritten
  • Stilspringprüfung Kl. A** mit Standardanforderungen

Disziplinspez. Dressur:

  • Dressurreiterprüfung Klasse L auf Trense (Anforderungen gemäß Aufgabe der Klasse L** des Aufgabenhefts)

Disziplinspez. Springen:

  • Stilspringprüfung Klasse L mit Standardanforderungen

Disziplinspez. Gelände:

  • Stilgeländeritt Klasse L

Stationsprüfung:

  • Prüfungsgespräch zur Praxis, Reitlehre
  • Verhaltens-/Ehrenkodex im Pferdesport
  • Trainingslehre (Kondition, Koordination)

Reitabzeichen 2

Das Reitabzeichen 2 gleicht dem alten DRA Kl. II. Auch dieses Reitabzeichen kann durch Turniererfolge ersetzt werden.

Als Voraussetzung zur Teilnahme musst du im Besitz des Reitabzeichens 3 sein und am Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben. Dein Pferde, welches du in der Prüfung vorstellst, muss mindestens 5 Jahre alt und in der Ausbildung so weit sein, dass es den Prüfungsanforderungen genügt. Beim Reitabzeichen 2 disziplinspezifisch allerdings musst du darauf achten, dass dein Pferd mindestens 6 Jahre alt ist.

Die Anforderungen und Inhalte des RA2 sind:

  • Dressurreiterprüfung Kl. L auf Kandare, einzeln geritten
  • Stilspringprüfung Kl. L mit Standardanforderungen

Disziplinspez. Dressur:

  • Dressurreiterprüfung Klasse M auf Kandare

Disziplinspez. Springen:

  • Stilspringprüfung Klasse M mit Standardanforderungen

Stationsprüfung:

  • Prüfungsgespräch zur Praxis, Reitlehre
  • Verpassen der Ausrüstungsgegenstände (insbesondere Gebiss/Kandare)
  • Trainingslehre, funktionale Anatomie, Exterieurlehre

Reitabzeichen 1

Mit dem Reitabzeichen 1 hast du das höchste der zehn Reitabzeichen erritten, welches in Form einer Prüfung erreicht werden kann.

Als Voraussetzung zur Teilnahme musst du im Besitz des Reitabzeichens 2 sein und am Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben. Dein Pferde, welches du in der Prüfung vorstellst, muss mindestens 6 Jahre alt und in der Ausbildung so weit sein, dass es den Prüfungsanforderungen genügt. Beim Reitabzeichen 1 disziplinspezifisch allerdings musst du darauf achten, dass dein Pferd mindestens 7 Jahre alt ist.

Die Anforderungen und Inhalte des RA1 sind:

  • Dressurreiterprüfung Kl. M auf Kandare, einzeln geritten
  • Stilspringprüfung Kl. M* mit Standardanforderungen

Disziplinspez. Dressur:

  • Dressurreiterprüfung Klasse S auf Kandare

Disziplinspez. Springen:

  • Springprüfung Klasse S*, gewertet wie eine Stilspringprüfung

Stationsprüfung:

  • Prüfungsgespräch zur Praxis, Reitlehre
  • Trainingslehre (Ursache/Wirkung)

DAS GOLDENE REITABZEICHEN

Das “Goldene” - der große Stolz vieler Turnierreiter und das zu Recht. Dieses Abzeichen kann nämlich im Gegensatz zu den Reitabzeichen 10-1 nicht durch eine Prüfung, sondern nur durch sportliche Erfolge erworben werden. Welche hierfür zählen, ist in der APO (Ausbildungsprüfungsordnung) festgelegt und wurde für 2020 nochmal überarbeitet.

Goldene

 Ab sofort gilt, dass die zählbaren Erfolge auf mindestens 5 verschiedenen Turnieren erbracht worden sein müssen. In der Dressur sind grundsätzlich nach wie vor zehn S-Siege erforderlich. Jedoch können diese durch Platzierungen in an 2. bis 5. Stelle in S*** und S**** ersetzt werden. Seit 2020 wurde diese Anzahl jedoch auf fünf beschränkt und das ist auch nur dann möglich, wenn der Reiter mindestens 68 Prozent erreicht hat.

Das Goldene Reitabzeichen im Springen kann durch 10 Siege in Springprüfungen der KI. S, darunter mindestens ein Sieg in S**, und 10 Platzierungen an 2. bis 3. Steile in S* erritten werden. Hierbei kann je ein Sieg in S* kann durch eine Platzierung an 2. bis 5. Stelle in S** und/oder S*** ersetzt werden. Der Sieg in der S**- Prüfung kann wiederum durch eine Platzierung an 2. bis 5. Stelle in S*** ersetzt werden.

WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE ALTEN REITABZEICHEN

Die alten Reitabzeichen werden in dem neuen System natürlich anerkannt. Mit Hilfe dieser Aufzählung weißt du wie:

Kleines Hufeisen → RA 9
Großes Hufeisen → RA 7
DRA Kl. IV → RA 5
DRA Kl. III → RA 4
DRA Kl. II → RA 2
DRA Kl. I → RA 1


Die Reitabzeichen dienen nicht nur den Turnierreitern, um sich in höhere Leistungsklassen einstufen zu lassen, sondern dir generell als Überprüfung deiner reiterlichen Fähigkeiten. Es ist außerdem eine gute Möglichkeit dein theoretisches Wissen aufzufrischen und zu erweitern. So kannst du dich bestens, um deinen vierbeinigen Liebling kümmern. 

Alle nötigen Ausrüstungsgegenstände, um die Reitabzeichen erfolreich absolvieren zu können, findest du wie immer bei uns im Reitsport Fundis Onlineshop!

Autor


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Ich bin Lena, 28 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben.

Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.

Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. :) Viel Spaß beim Lesen!

- Lena Junker

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