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Die richtige Sattelpflege: So gehst du vor

31. August 2020 // Lena Junker

Als Reiter weißt du genau, dass der Sattelkauf eines der teuersten Investitionen ist, wenn es um deinen vierbeinigen Liebling geht. Das Modell muss dir nicht nur gefallen, sondern sollte auch auf den Rücken deines Pferdes angepasst sein und das hat, je nachdem für was du dich entscheidest, seinen Preis. Die gute Nachricht ist jedoch, dass du die Investition in einen guten Sattel in der Regel nicht so schnell wiederholen musst und eine wichtige Rolle spielt hierbei mitunter die richtige Sattelpflege. Wir erklären dir in diesem Artikel, was du dabei beachten solltest und wie dein Sattel optimal gepflegt wird.

Warum sollte der Sattel gepflegt werden?

Lederprodukte halten wesentlich länger, wenn sie ordentlich gepflegt und gelagert werden. Außerdem solltest du auch bedenken, dass brüchiges und ungepflegtes Leder einen Risikofaktor beim Reiten darstellen kann. Eine gerissene Sattelstrippe oder ein kaputter Steigbügelriemen können wirklich gefährlich werden und zu schlimmen Unfällen führen. Durch die richtige Sattelpflege stellst du sicher, dass das Leder geschmeidig und weich bleibt. So tust du nicht nur deinem Allerwertesten etwas Gutes, sondern schonst auch den Pferderücken.

Zudem kann es hilfreich sein, den Werteverlust deines Sattels über die Jahre hinweg in Grenzen zu halten. Es gibt verschiedene Gründe, warum du deinen Sattel eventuell wieder verkaufen möchtest nach einiger Zeit. In einem top gepflegten Zustand ist das auf jeden Fall einfacher und sicherlich mit einem besseren Preis verbunden.

Sattel auf Pferd

Wer mit Pferden zu tun hat weiß, wie schnell die Ausrüstungsgegenstände dreckig werden. Der Sattel kommt trotz Schabracke mit dem Schweiß des Pferdes in Kontakt. Die darin enthaltenen Salze dringen in das Leder ein und greifen es an, was das Material porös und anfälliger für mögliche Bruchstellen macht. Vor allem viel beanspruchte Bestandteile wie die Sattelstrippen, auf welche durch den Sattelgurt eine große Zugkraft ausgeübt wird, neigen dazu, schneller kaputt zu gehen.

Sand, Staub oder weiterer Dreck gehören zum Alltag mit Pferden, doch leider sind dies alles andere als Freunde von Leder. Die Staubpartikel können wie Schmirgelpapier an der Oberfläche kratzen und diese so beschädigen.

Ein weiterer Feind von Leder ist Schimmel, der sich oftmals gerade im Winter darauf absetzt. Das liegt an der höheren Luftfeuchtigkeit und den kälteren Temperaturen, die das vollständige Trocknen des Materials erschweren.

Kaum eine Sattelkammer kann das ideale Klima von einer 40-60-prozentigen Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 15-18°C bieten. Zu Beginn lässt sich der Schimmel noch recht gut entfernen, da er nur oberflächlich sitzt. Sobald dieser aber in das Leder eindringt, ist das nicht mehr so einfach möglich und das Leder wird langfristig beschädigt.

Nach welchen Kriterien muss die Sattelpflege durchgeführt werden?

Hier muss man klar sagen, dass es keinen Tipp zur Sattelpflege gibt, der sämtliche Produkte umfasst. Das hängt damit zusammen, dass die Sättel aus unterschiedlichen Materialien hergestellt werden. So kannst du beispielsweise zwischen Glattleder, Wildleder oder auch Kunstleder wählen. Die Unterschiede hinsichtlich der Materialien sind gravierend, sodass auch verschiedene Pflegemittel zum Einsatz kommen sollten. Gerade für Produkte aus Wildleder werden Spezialprodukte angeboten. Kunstleder lässt sich hingegen recht einfach mit Wasser und einer milden Seife säubern, oder auch mit dem speziellen Kunstleder-Reiniger von Kentucky Horsewear. Hier ist der Einsatz von Lederfett nicht notwendig.

Sattel und Sattelpad

Es ist ratsam, sich an die Vorgaben des Herstellers zu halten, um die unterschiedlichen Materialien zu schonen. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns näher mit Sätteln aus Glattleder, da diese im Pferdesport am meisten zum Einsatz kommen.

Was du bei der Pflege eines Sattels aus Glattleder beachten solltest

Für die Pflege eines Sattels aus Glattleder möchten wir dir nachfolgend einige Tipps geben:

  • Damit sich die Reinigung als leicht und handlich erweist, macht es Sinn, den Sattel über einen Balken oder auf einen Sattelbock zu legen. Auf diese Weise kannst du alle Seiten problemlos erreichen.
  • Ist dein Sattel nach dem Reiten sehr stark verschmutzt, solltest du den groben Dreck immer gleich entfernen. Hierfür reicht in der Regel lauwarmes Wasser aus. Verwende einen weichen Lappen und wische das Leder ab. Bei stärkeren Verschmutzungen kannst du zur Sattelseife greifen. Wenn es schnell gehen muss, wie auf dem Turnier, kannst du die praktischen Carr & Day & Martin Lederreinigungstücher Belvoir nutzen.
  • Bei der täglichen Benutzung solltest du deinen Sattel einmal in der Woche grob reinigen. Hierfür kannst du ein gutes Kombi-Produkt verwenden wie das Reinigungsspray Carr & Day & Martin Belvoir.
  • Das gründliche Putzen und Einfetten sollte einmal im Monat in deinem Kalender stehen. Verwende immer weiche Schwämme, Tücher und Lappen, wie den Lederreinigungsschwamm von Carr & Day & Martin, damit du das Leder nicht beschädigst.
  • Achte darauf, dass der Lappen lediglich leicht befeuchtet ist, da das Leder andernfalls austrocknen und hierdurch wiederum brüchig werden könnte.
  • Der Sattel sollte nach der Reinigung unbedingt komplett trocknen. Helfe zusätzlich mit einem weichen Tuch nach.
  • Entferne die Steigbügel, um besser überall dranzukommen.
  • Bei schimmeligem Leder kannst du Essigessenz zum Putzen verwenden, da diese von den Schimmelsporen aufgrund des niedrigen pH-Wertes nicht gemocht wird. Reinige damit den kompletten Sattel, da nicht alle Schimmelsporen mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Entsorge das Putztuch direkt in der Mülltonne.
    Das Verwenden von Essigessenz ist allerdings keine Dauerlösung, da es das Leder porös machen kann. Effax bietet auch einen Lederreiniger mit Schimmelfrei-Formel an, welcher besser verhindert, dass das Leder von Schimmel oder Pilz befallen wird.
Pferd mit Sattel

Die Vorgehensweise der richtigen Sattelpflege

Nachdem du deinen Sattel optimal platziert hast, Sattelgurt und Steigbügel entfernt sind und deine Putzutensilien bereit liegen, kann die Arbeit beginnen:

CHECKLISTE SATTELPFLEGE

  1. Den Schwamm mit Wasser und Sattelseife anfeuchten und die Oberseite reinigen.
  2. Die Sattelblätter sowie die Stelle unter der kleinen Satteltasche mit Sturzfeder säubern.
  3. Vergiss auf keinen Fall zwischen den Sattelblättern zu putzen. Gerade hier neigt das Leder dazu, schnell zu schimmeln. Außerdem sind auch die Sattelstrippen außerordentlich wichtig, um zu verhindern, dass das Material spröde wird und reißt. Klappe zuerst das Sattelblatt hoch und danach die Strippentaschen und Strippen, damit du keine Stelle vergisst.
  4. Reinige anschließend die Unterseite, indem du den Sattel umdrehst. Hierzu kannst du ihn zum Beispiel auf ein sauberes Handtuch legen, damit er dir nicht auf den Boden fallen kann. Gerade die Unterseite des Sattels ist dem Pferdeschweiß ausgesetzt und benötigt gute Pflege.
  5. Die separaten Steigbügelriemen und den Sattelgurt, wenn diese aus Leder bestehen, kannst du ebenso mit der Sattelseife säubern. 
  6. Nun trocknest du alles mit einem weichen Tuch gründlich ab.
  7. Als nächstes folgt das Einfetten oder Einölen, je nachdem, was vom Hersteller empfohlen wird. Hierzu kannst du zum Auftragen einer dünnen Schicht ein nicht-fusselndes Tuch oder einen nicht-haarenden Pinsel verwenden. Orientiere dich hierbei bei der Abfolge an der Vorgehensweise der oben beschriebenen Reinigung.
  8. Gib dem Produkt nun ca. 15 Minuten Zeit, um in das Leder einzuziehen.

Alle Produkte für die optimale Lederpflege hat Effax in seinem Leder-Pflege-Koffer zusammengestellt. Nicht nur Sattel- und Zaumzeug erstrahlen hierdurch in neuem Glanz, sondern auch deine Lederstiefel werden zum neuen Leben erweckt.

Pflegekoffer Effax

Die richtige Lagerung des Sattels

Nachdem dein Sattel von dir perfekt gepflegt wurde, solltest du ihn auch richtig lagern, denn dies hat ebenso Einfluss auf die Lebensdauer. Eine einfache Möglichkeit, Staub und Dreck im Stall von der Satteloberfläche fernzuhalten, ist die Verwendung eines Sattelschoners, beispielsweise der Sattel-Schonbezug Ripstop von Passier. Beim Kauf eines neuen Sattels kommt dieser meist mit dem passenden Überzug, allerdings kannst du verschiedene Modelle auch jederzeit nachkaufen. Die handwerklich Geschickten unter uns können sich ihren Sattelschoner auch einfach selbst Nähen und vielleicht gleich für den Stallkameraden mit, denn das ist doch ein perfektes Geschenk für alle Pferdeliebhaber.

Frau hält Sattel

Ebenso solltest du auch darauf achten, worauf du deinen Sattel lagerst. Die handelsüblichen Sattelhalter aus Metall sind nämlich gar nicht so gut, da sie Druckstellen in den Sattelkissen hinterlassen. Außerdem solltest du den direkten Kontakt des Leders mit Metall oder Stein generell vermeiden. Eine gute Alternative hierfür sind die Sattelhalter aus Holz, wie zum Beispiel der Grooming Deluxe Sattelhalter. Optimal ist es, wenn die Sattelkissen frei hängen können, sodass das Material nicht in die Kissen drückt und diese auf Dauer verformen. Natürlich sollte der Sattel stabil liegen, damit das wertvolle Stück nicht auf dem Boden landet.

Lasse deine Schabracke nach dem Reiten nicht unter dem Sattel, sondern hänge sie separat zum Trocknen und Lüften auf. Perfekt dazu geeignet ist der Schabrackenhalter von Equiline, welchen du einfach vor der Box oder in der Sattelkammer aufhängen kannst. Solltest du dafür keine Möglichkeit haben, lege die Satteldecke mit der Unterseite nach oben auf deinen Sattel, damit sie schneller trocknet und die Feuchtigkeit nicht in das Sattelkissen ziehen kann. Solltest du den Sattel in einem Schrank lagern, achte darauf, dass dieser einen großen Lüftungsschlitz aufweist. Ansonsten kann die Feuchtigkeit nicht entweichen.

Schabrackenhalter

Weniger beeinflussen kannst du allerdings den Zustand der Sattelkammer in deinem Stall. Durch die hohe Anzahl an Sattel- und Zaumzeug sowie Schabracken, Decken und vieles weitere weist der Raum im Winter so gut wie immer eine zu hohe Luftfeuchtigkeit auf, kombiniert mit kalten Temperaturen. Optimalerweise werden Lederprodukte bei einer Luftfeuchtigkeit von 40-60 % und einer Temperatur von 10-18°C aufbewahrt.

Stellst du fest, dass deine Ausrüstung immer sehr klamm ist und Trense sowie Sattel schnell schimmeln, solltest du mit deinen Stallkollegen darüber nachdenken, den Stallbesitzer zu kontaktieren, um eventuelle Maßnahmen ergreifen zu können. Ein Luftentfeuchter kann zum Beispiel Abhilfe schaffen und eure teuren Lederprodukte werden es euch danken. Nimm zur Not deinen Sattel mit nach Hause, insbesondere wenn du ein paar Tage nicht reiten solltest.

Pferd mit Sattel und Vorderzeug

Ausgetrocknetes Leder ist aber fast noch schlimmer, da dies kaum rückgängig zu machen ist. Vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung, hohen Temperaturen oder Heizungsluft kann das Leder austrocknen. Lasse deinen Sattel daher nicht lange draußen in der Sonne hängen, sondern verstaue ihn direkt nach dem Reiten. Ist der Sattel doch mal zu trocken geworden, hilft nur Reinigen und mehrfaches Einfetten.

Die richtige Sattelpflege benötigt etwas Zeit und zählt mit Sicherheit nicht zu deinen beliebtesten Beschäftigungen im Reitstall. Allerdings kannst du damit nicht nur dir, deiner Sicherheit und deinem Geldbeutel einen Gefallen tun, sondern auch deinem Pferd, wenn es einen geschmeidigen Sattel auf dem Rücken hat.

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    Ich bin 29 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben. Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.
    Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. 🙂

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