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Ist CBD-Öl fürs Pferd hilfreich?

3. Mai 2022 // Katja Kuballa

CBD-Öl ist in aller Munde und findet nicht nur seit längerer Zeit in der Humanmedizin Anwendung, sondern auch Tiere werden damit behandelt. Die Wirksamkeit konnte bereits in mehreren Studien nachgewiesen werden, was nicht zuletzt dazu führt, dass auch im Reitsport Hanföl dem Pferd gerne unterstützend verabreicht wird. Eingesetzt wird CBD-Öl für Pferde beim Vorliegen unterschiedlicher Beschwerden. Um welche es sich dabei handelt und wie Hanf für Pferde im Allgemeinen wirkt, erfährst du in diesem Beitrag.

Hanf für Pferde: Erfahrungen zur Wirkung

Hanf wird fälschlicherweise häufig mit einer psychoaktiven Wirkung assoziiert, dabei beinhalten lediglich Teile der Pflanze bzw. insbesondere weibliche Pflanzen den berauschenden Inhaltsstoff THC. Grundsätzlich kann das Gewächs in vier Komponenten unterteilt werden: Stamm/Stiel, Blätter, Blüten und Samen.

Die Stiele der Pflanze werden normalerweise nicht weiterverarbeitet, da sie keine medizinische Wirkung haben. Die Blätter können getrocknet und im Anschluss zu einem Pulver gemahlen werden, welches wiederum dem Pferd verfüttert werden kann. Die Blätter enthalten wichtige Inhaltsstoffe in hohen Mengen. So zum Beispiel Kalzium, Eisen und Magnesium sowie antioxidative Stoffe wie Carotine und Vitamin E. Auch Kalium, Natrium, Phosphor und Zink sind in dem Pulver aus getrockneten Hanfblättern zu finden.

Hanfblätter kannst du deinem Pferd - sofern es sich nicht trächtig oder laktierend ist - bedenkenlos füttern, denn sie beinhalten weniger als 0,2 % THC, was damit den Vorgaben der Futtermittelgesetze entspricht und auch keine berauschende Wirkung hat. Hilfreich ist die Fütterung von Hanfblättern zur Stärkung der Knochen, der Leistungssteigerung und als Unterstützung des Muskelaufbaus.

Viele Reiter haben darüber hinaus mit Hanfsamen fürs Pferd gute Erfahrungen gemacht. Dank der antioxidativen Eigenschaften und der hohen Konzentration an hochwertigen Aminosäuren können sich die Samen des Hanfs für Pferde positiv auf Immunsystem, Haut, Fell und Hufe auswirken. Die Hanfsamen kannst du einfach dem Pferdefutter untermischen oder alternativ in lauwarmem Wasser einweichen. Auch Hanföl fürs Pferd wird aus dem Samen der Pflanze gewonnen. Übrigens ist Hanföl und CBD-Öl für Pferde nicht miteinander gleichzusetzen. Es bestehen gravierende Unterschiede zwischen den beiden Mitteln.

Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl fürs Pferd

In Hanföl fürs Pferd ist kein Cannabinoid Cannabidiol (auch bekannt als CBD) vorhanden. Es handelt sich lediglich um ein Speiseöl mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, welches gerne dem Kraftfutter beigemengt wird, da es wertvolle Inhaltsstoffe enthält. Vor allem wird Hanföl beim Pferd eingesetzt, wenn Haut- und/oder Fellprobleme bestehen, da die enthaltene Gamma-Linolen-Säure dem gegenwirken kann. Zudem kann sich Hanföl beim Pferd positiv auf das Immunsystem und die Zellerneuerung auswirken.

Im Gegensatz zum Hanföl enthält CBD-Öl fürs Pferd Cannabidiol. Dieser Stoff kann an Rezeptoren des Nervensystems andocken und so seine volle Wirkung entfalten. Gewonnen wird das CBD-Öl durch die Blütenextraktion der weiblichen Cannabispflanze, während Hanföl durch die Kaltpressung von Samen der männlichen Pflanze entsteht.

Hanföl kannst du deinem Pferd in größeren Mengen füttern, während du CBD-Öl nur tropfenweise verabreichen solltest. Das liegt mitunter daran, dass letzteres im Gegensatz zum Hanföl auch in der Medizin Anwendung findet. Auch in der Färbung unterscheiden sich die beiden Öle maßgeblich voneinander. CBD-Öl hat einen goldenen Farbton, während Hanföl grünbräunlich ist.

Hanfsamen fürs Pferd: Erfahrungen

Hanf ist ein absolutes Superfood für Pferde. Es beinhaltet unter anderem eine große Menge an Zink, was einen maßgeblichen Einfluss auf gesunde Haut und glänzendes Fell hat.

Vor allem während des Fellwechsels können Hanfsamen dein Pferd also ideal unterstützen. Auch die Aminosäure Methionin, welche der Organismus nicht selbst herstellen kann, ist in Hanfsamen enthalten. Diese Aminosäure ist ein Baustein für viele Proteine und Hormone, welche wiederum Einfluss auf einen gesunden Stoffwechsel nehmen.

Neben Kohlenhydraten, gesunden Eiweißen und Vitaminen enthalten Hanfsamen auch Eisen, Magnesium, Vitamin B und Kalium. Eigenschaften, die dafür sorgen, dass die Samen leicht verdaulich sind und die Darmflora des Pferdes auf natürliche Art positiv beeinflusst. Hanfsamen kannst du ganzjährig oder auch als Kur verfüttern.

Hanfsamen-fürs-Pferd

Hanfpellets fürs Pferd: Erfahrungen

Hanfpellets bestehen nicht wie Hanfsamen fürs Pferd aus der ganzen Hanfnuss, sondern entstehen bei der Herstellung von Hanföl, genau genommen durch die Pressung der Hanfsamen. Die Pellets haben einen sehr hohen Ballaststoffgehalt, sind getreidefrei und reich an wertvollen Proteinen. Vor allem solltest du beim Kauf von Hanfpellets darauf achten, dass sie unter Kaltpressung hergestellt wurden. Nur so bleiben die hochwertigen Inhaltsstoffe erhalten.

Hanfpellets fürs Pferd enthalten zudem weniger Öl als Hanfsamen. Dadurch sollen die Pellets leichter verträglich sein als der reine Samen. Du kannst Hanfpellets auch als gesunden Leckerli-Ersatz nutzen, da sie weniger Zucker beinhalten als die meisten handelsüblichen Leckerli für Pferde.

Bei welchen Beschwerden CBD-Öl deinem Pferd helfen kann

Hochwertiges CBD-Öl kann etlichen Beschwerden gegenwirken und hat nicht nur auf das Nervensystem positive Auswirkungen. Inzwischen empfehlen sogar Tierärzte die Fütterung. Bei diesen Beschwerden kann CBD-Öl dein Pferd unterstützen:

  • Innere Unruhe und Stress
  • Nervosität und Ängstlichkeit
  • Beschwerden des Magen-Darm-Trakts
  • Fell- und Hautprobleme (zum Beispiel Mauke oder Ekzem)
  • Arthritis/Arthrose
  • Cushing
  • Appetitlosigkeit
  • Headshaking
  • Epilepsie beim Pferd

Solltest du dir unsicher sein, ist es ratsam, wenn du nochmal mit deinem Tierarzt sprichst und ihr gemeinsam entscheidet, ob die Gabe von CBD-Öl für dein Pferd sinnvoll ist. Wichtig ist zu sagen, dass das Öl dein Pferd nicht von Krankheiten heilen wird, jedoch kann es bei den genannten Beschwerden unterstützend wirken.

Nebenwirkungen von CBD-Öl für Pferde

Bisher sind bei einer korrekten Dosierung des CBD-Öls kaum Nebenwirkungen bekannt. Solltest du deinem Vierbeiner einmal zu viele Tropfen verabreicht haben als empfohlen, kann es zu verstärkter Müdigkeit kommen. Außerdem ist es möglich, dass dein Pferd die enthaltenen Terpene nicht verstoffwechseln kann und Verdauungsprobleme entstehen. Taste dich daher langsam heran und steigere die Menge nur tropfenweiße.

Wenn dein Pferd Medikamente bekommt, solltest du dich vor der Gabe von CBD-Öl unbedingt mit deinem Tierarzt absprechen. In diesem Fall sind Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen und die Beurteilung eines Fachmanns ist absolut unerlässlich. Auch bei tragenden Stuten sollte auf CBD-Öl verzichtet werden, da noch nicht vollständig erforscht ist, ob sich das Mittel negativ auf die Funktion der Plazenta auswirkt.

ACHTUNG!

Wenn du mit deinem Pferd auf Turniere gehst, wird empfohlen, kein CBD-Öl zu verfüttern, da viele Verbände die enthaltenen Cannabinoide als dopingrelevant einstufen. Zwar wird im Reglement der FEI CBD nicht explizit aufgeführt, doch Hanf spielt eine Rolle. Bislang ist noch nicht final geklärt, ob die Öle, Samen oder Hanfpellets ADMR-konform sind, daher sollte bei Turnierpferden vorerst auf die Gabe verzichtet werden.

Welches CBD-Öl für Pferde?

Neben den genannten Aspekten hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen ist es notwendig, auf die Hochwertigkeit des Mittels zu achten. Insbesondere CBD-Öl für Pferde sollte Bio-Qualität haben, da dann auch die Beimischung schädlicher Chemikalien oder das Zurückbleiben belastender Pestizide ausgeschlossen werden kann.

Grundsätzlich kann Hanföl dem Pferd auch dann verabreicht werden, wenn es eigentlich für den Menschen gedacht ist. In der Praxis gestaltet sich dies jedoch als eher schwierig bzw. wenig praktikabel, da Pferde aufgrund der größeren Masse weitaus mehr Tropfen bzw. CBD-Öl in einer viel höheren Dosierung benötigen als Menschen.

CBD-Öl

CBD-Öl für Pferde: Wieviel Prozent?

Während wir Menschen bereits von einer Dosierung von 5 % oder 10 % profitieren können, wird bei Pferden die vierfache Menge an CBD-Gehalt empfohlen. Beliebt sind Präparate mit 30-40 %. Diese sind zwar etwas teurer als die handelsüblichen Öle mit meist 5-10 %, jedoch werden hiervon auch weitaus weniger Tropfen benötigt.

Dosierung von CBD-Öl: Wie viele Tropfen fürs Pferd?

Die Dosierung, also die Menge der Tropfen, die du deinem Pferd verabreichen solltest, richtet sich danach, wieviel Prozent das CBD-Öl hat. Je geringer der CBD-Gehalt, umso höher musst du die Tropfenzahl dosieren. Meist spricht der Hersteller des Öls jedoch eine Empfehlung aus, an welcher sich Pferdebesitzer orientieren können.

Wenn du ein hochdosiertes CBD-Öl für dein Pferd nutzen möchtest, welches beispielsweise mit einem Cannabidiol-Gehalt von 40 % versehen ist, reicht es, einem Pferd von 500 kg zu Beginn sechs Tropfen zu verabreichen. Die Anzahl kann dann Tag für Tag etwas gesteigert werden, 24 Tropfen sollten bei dieser Dosierung jedoch nicht überschritten werden.

Da sich die Fertigungsprozesse zwischen den einzelnen Herstellern unterscheiden, ist es sinnvoll, sich an deren Dosierungsempfehlung zu halten, denn es können auch zwischen offensichtlich gleichen CBD-Mengen geringe Abweichungen bestehen. Zudem solltest du jeden Tag neu bewerten, wie das Hanföl von deinem Pferd vertragen wird und die Menge bei Bedarf reduzieren oder steigern.

Fazit

CBD-Öl kann dein Pferd bei verschiedenen Beschwerden unterstützen, jedoch ersetzt es nie eine tierärztliche Behandlung. Vor allem bei schwerwiegenden Erkrankungen solltest du niemals auf den Behandlungsansatz des Fachmanns verzichten und lediglich auf natürliches Zutun zurückgreifen. Nichtsdestotrotz kann Hanf für Pferde - in jeglichen Formen - Erleichterung verschaffen und Symptome bestimmt auch bis zu einem gewissen Grad eindämmen. Vor allen Dingen bei Pferden, die sehr schnell gestresst sind, kann das enthaltene Cannabinoid Abhilfe schaffen. Welche Erfahrungen hast du mit CBD-Öl für Pferde gemacht? Könntest du dir vorstellen, es zu füttern? Wenn ja, bei welchen Beschwerden würdest du es einsetzen? Teile uns deine Gedanken zu dem Thema gerne in den Kommentaren mit.

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    Die Autoren

    Ich bin Katja und seit meinem fünften Lebensjahr Pferdemädchen mit Leib und Seele. Durch meine Tätigkeit als Bloggerin bei Fundis Reitsport kann ich meine Leidenschaft mit dem Beruf verbinden und freue mich darauf, euch über Themen aus den unterschiedlichen Bereichen der Pferdewelt zu berichten.
    Lasst mich gerne jederzeit über die Kommentarfunktion wissen, wenn ihr spezielle Wünsche oder Themenvorschläge habt. 🙂

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