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Ausbildung 21.09.2020

Der Springsport: das musst du wissen

Heute geht es um eine unserer großen Leidenschaften – den Springsport. Mut, Nervenkitzel und die nötige Abstimmung sowie Harmonie zwischen Pferd und Reiter machen diesen Pferdesport aus. Nicht jeder Reiter bricht in Begeisterungsstürme aus bei dem Anblick der bunt angemalten Stangen, aber einmal dem Springsport verfallen, lässt es einen selten wieder los. Wie es zu dem Sport kam, der nicht nur Pferdebegeisterte auf die Zuschauerplätze lockt, wird, neben allen anderen wichtigen Fakten über das Springreiten, in diesem Artikel erläutert. 

Wie das Springreiten entstand

Der Springsport entstand eigentlich mehr oder weniger zufällig und entwickelte sich mit der Zeit zu dem Sport, wie wir ihn heute kennen. Früher blieb dem Reiter mit seinem Tier oftmals keine andere Wahl natürliche Hindernisse, wie umgestürzte Bäume oder auch Zäune zu überwinden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dann wurden regelmäßig Reitjagden durchgeführt, bei welcher Reiter auf ihren Pferden im Pulk querfeldein hinter einem Fuchs herjagten. Hierbei galt es alles zu überwinden, was sich im wahrsten Sinne des Wortes in den Weg stellte: Hecken, Gräben, Zäune, Mauern, Baumstämme und auch das Durchqueren von kleineren Flüssen wurde abverlangt.

Jagdreitenkl

Die Reitjagden entwickelten sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis und die Strecke war gesäumt von vielen Zuschauern. Nervenkitzel war geboten, der das Publikum anzog, denn nicht selten kam es vor, dass schlimme Stürze zu verzeichnen waren. Es ist natürlich auch ein beeindruckendes Schauspiel, wenn eine Gruppe Reiter auf ihren Pferden und den Jagdhunden zusammen in vollem Tempo vorbei galoppieren. Allerdings konnten die Zuschauer immer nur Ausschnitte der kilometerlangen Strecke sehen, weshalb die Idee aufkam, die Hindernisse auf einem übersichtlichen, extra dafür angelegt Platz aufzubauen. Da sich der Transport des natürlichen Hindernismaterials als etwas umständlich erwies, begann man nach und nach, leicht auf- und wieder abbaubare Sprünge zu entwickeln.

Im Jahre 1864 in Dublin fand schließlich der erste Wettbewerb im Springreiten statt, welcher mit den heutigen Springturnieren vergleichbar ist. Hier kamen Steilsprünge, Oxer und weitere Hindernisse zum Einsatz, welche dem Hindernismaterial, das wir heute nutzen, sehr nahe kommt. Etwas rustikaler und vor allem nicht so bunt, ging es damals im Parcours zu. Olympisch wurde der Springsport dann sogar schon im Jahre 1900 in Paris, was auch als erstes internationales Springturnier in die Geschichtsbücher einging. Zu Beginn wurden die Turniere noch nach den nationalen Regeln der Gastgeber ausgetragen, was natürlich bei den internationalen Startern des öfteren zu Verwirrungen führte. Dieses Problem erkannte der Pädagoge, Historiker und Sportfunktionär Pierre de Coubertin, der auch 1894 das internationale Olympische Komitee gründete, und rief 1921 den Weltverband FEI (Fédération Equestre Internationale) mit Hilfe der damaligen führenden acht Reiternationen ins Leben. Sie erarbeiteten ein internationales Regelwerk, an welches sich alle Reiter orientieren konnten und seither regelmäßig überarbeitet wird.

Revolutioniert wurde das Springreiten dann Anfang des 20. Jahrhunderts, als der italienische Rittmeister Frederico Caprilli den leichten Springsitz erfand. Kaum vorzustellen, aber vorher war es gang und gäbe über dem Sprung mit nach vorn gestreckten Beinen und weit zurück gebeugtem Oberkörper zu sitzen. Die Reiter unter uns, die beim Springen schon mal hinter der Bewegung saßen, können das Gefühl mit Sicherheit etwas nachvollziehen. Mit dieser neuen Technik, bei welcher der Reiter mit der Bewegung seines Pferdes mitgeht, legte Caprilli den Grundbaustein für die weitere Springreiterei, denn durch diesen geschmeidigen Sitz, konnten die Sprünge pferde- sowie reiterschonend überwunden werden. Schnell wurde außerdem festgestellt, dass nun das Springen von größeren Abmessungen möglich war.

Der-Springsitz

Der Springsport auf Turnieren war zunächst den männlichen Reitern vorbehalten und als das geändert wurde, traten die Reiterinnen in separaten Wettkämpfen gegeneinander an. Dies ist heute nicht mehr der Fall, denn seit dem Jahr 1975 treten sowohl Männer als auch Frauen gemeinsam in den gleichen Prüfungen an. Eine Ausnahme sind die Deutschen Meisterschaften, die für die Damen und Herren getrennt ausgetragen werden. Allerdings ist die Meisterschaft der Herren auch für die Damen offen und 2008 gelang es Meredith Michaels-Beerbaum auf Checkmate als erste Frau diese für sich zu entscheiden. Zwei Jahre später konnte sie den Erfolg sogar nochmal wiederholen. Simone Blum war die zweite Dame, der das gelang.

Simone-Blum

Regelmäßig werden nationale und internationale Turniere durchgeführt auf welchen die Reiter wichtige Ranglisten- bzw. Weltranglistenpunkte sammeln können. Eine für den Springsport sehr wichtige Turnierserie ist die seit 2006 ausgetragene Global Champions Tour. Bei den weltweit verteilten Stationen auf den schönsten Turnierplätzen, treten die 30 besten Springreiter der Weltrangliste gegeneinander an. Sollten Reiter aus verschiedenen Gründen verzichten, kann nachgerückt werden. Durch dieses System ist Spitzensport im Parcours, welcher als CSI 5*, der schwersten Turnierkategorie des Springreitens ausgeschrieben ist, garantiert.

Die Europameisterschaften finden an wechselnden Austragungsorten alle zwei Jahre statt. Neben den olympischen Spielen zählen auch die Weltreiterspiele (World Equestrian Games) zu einem der wichtigsten Events im Kalender eines Springreiters. Diese wurden erstmals 1953 in Paris ausgetragen mit einem spannenden Pferdewechsel im Finale der vier besten Reiter. Dieser einzigartige Modus ist bis heute unverändert, durch welchen der neue Weltmeister erst zeigen muss, dass er auch auf anderen Pferden in einem schweren Parcours glänzen kann. 

Welche Hindernisse und Hinderniskombinationen beim Springreiten gibt es?

Bei einem klassischen Springparcours kommen überwiegend künstliche Hindernisse zum Einsatz, die aus Stangen und Planken bestehen, welche mithilfe von Auflagen an die Hindernisständer angebracht werden. Die Auflagen sind wie eine Schale, in der die Stange zum Liegen kommt. Allerdings gibt es auch flache Auflagen, die vor allem für die Planken zum Einsatz kommen.

Sprungaufbau

Je nach Art der Auflage ist mal mehr oder weniger Stabilität geboten, was das Risiko eines Abwurfes entscheidend beeinflusst. Für den Schutz von Mensch und Tier vor einem schweren Sturz wurden vor einigen Jahren die sogenannten Sicherheitsauflagen eingeführt. Springt das Pferd beim Oxer oder bei der Triplebarre nicht weit genug, kann es passieren, dass es auf der hinteren Stange aufsetzt. Da die Belastung direkt von oben kommt, fällt die Stange bei normalen Auflagen nicht zu Boden. Die Sicherheitsauflage rutscht hingegen bei einer größeren Krafteinwirkung durch und gibt die Stange frei. Auf dem Turnier sind solche Sicherheitsauflagen sogar bei der hinteren Stange der Oxer und der obersten Stangen von Triplebarren auf beiden Seiten vorgeschrieben.

Fehler-Sprung

Bei den Hindernisständer wird zwischen Einzelständer und Fangständer unterschieden. Beide erfüllen offensichtlich die Funktion, die Stangen zu tragen, jedoch dienen die Fangständer durch ihren breiteren Aufbau, gleichzeitig als seitliche Begrenzung. Außerdem werden sie auch gerne genutzt, um einen Sponsor zu präsentieren.

Die Hindernisbauer sind wirklich sehr kreativ beim Designen neuen Hindernismaterials und so gleicht ein Turnierplatz mit den unterschiedlichsten Hindernisständer, Stangen, Planken und weiteren Unterbauten schon fast einer Kunstausstellung.

Turnierplatz-Albf-hren

Jedoch ist nicht nur die schöne Optik ein Grund für die verschieden verwendeten Materialien, denn je nach Aufbau des Sprunges kann der Parcoursbauer sogar den Schwierigkeitsgrad beeinflussen. Relativ einfach zu taxieren für das Pferd, sind Sprünge mit mehreren Stangen, aber umso luftiger, bunter oder ausgefallener die Planken und Unterbauten, desto häufiger passieren in der Regel Abwürfe. Das liegt daran, dass das Tier abgelenkt wird und „in“ den Sprung schaut. Das geht sogar soweit, dass ein guter Parcoursbauer mit der Platzierung der Pflanzen beeinflussen kann, wie schwierig ein Hindernis zu reiten ist.

Der Steilsprung

Die häufigste Art eines Hindernisses im Springparcours ist der Steilsprung. Er zählt zu den Hochsprüngen und besteht in der Regel aus einer oder mehrerer Stangen, gesäumt von zwei Sprungständern links und rechts. Nicht nur die mal mehr, oder weniger bunten Stangen sind bei einem Steilsprung zu finden, sondern auch Planken oder weitere Unterbauten werden eingesetzt. Bei den Planken oder einem Gatter ist besondere Vorsicht geboten, da diese in flachen Auflagen aufliegen und somit sehr leicht herunterfallen können. Eine Sonderform des Steilsprunges ist die Mauer, welche heutzutage aus aufeinander aufgebauten Holzblöcken besteht, die leicht herunterfallen, wenn sie berührt werden.

Janne8

Der Oxer

Ein weiteres typisches Hindernis ist der sogenannte Oxer. Dieser Hoch-Weitsprung verlangt nicht nur eine Sprungentfaltung in die Höhe, sondern eben auch in die Weite. Er besteht aus einem vorderen Element, welches wie ein Steilsprung aufgebaut ist und einem hinteren Element mit einer einzelnen Stange, die mindestens auf gleicher Höhe, oder auch höher, wie die höchste vordere Stange liegen muss muss. Befinden sich die beide Stange auf gleicher Höhe, spricht man auch von einem Karrée-Oxer. Im Vergleich zu einem Steilsprung gleicher Höhe müssen die Pferde bei einem Oxer höher Springen, da sie auch die Weite der hinteren Stange erreichen müssen. Bei Abmessungen von bis zu 1,60 m hoch und 2,00 m weit, ist Können auf hohen Niveau von Reiter und Tier gefragt.

Springsport-Oxer

Die Triplebarre

Eine besondere Form des oben beschriebenen Hoch-Weitsprungs ist die Triplebarre. Sie ist wie eine Treppe aufgebaut und besteht aus mindestens drei in der Höhe ansteigenden Stangen. Das erste Element ist wieder ein Steilsprung und bei den dahinter stehenden Elementen liegt nur je eine Stange auf. Viele Reiter haben großen Respekt vor der sehr beeindruckend aussehenden Triplebarre, welche ab der Klasse L in Springprüfungen vorzufinden sein kann. Allerdings rückt durch den aufsteigenden Aufbau, die Flugkurve näher an den Sprung heran und das Pferd muss gar nicht so weit springen, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Reiter muss jedoch dadurch das Anreiten der Triplebarre erst lernen, um nahe genug an das Hindernis für den Absprung heranzugaloppieren.

Triplebarre

Der Wassergraben

Beim Wassergraben wird zwischen zwei verschiedenen Varianten unterschieden: der überbaute Wassergraben und der offene Wassergraben. Der überbaute Wassergraben kann schon ab Springprüfungen der Klasse A vorkommen. Hierbei wird eine blaue Wanne aus Kunststoff oder Schaumstoff unter das Hindernis gelegt. Für viele Reiter stellen überbaute Wassergräben eine große Herausforderung dar, da ihre Pferde auf das ungewohnte Blau oder die Reflexion auf dem Wasser starren und nicht selten verweigern. Allerdings kann es auch unter anderem daran liegen, dass die Reiter zu viel Druck machen beim Anreiten, aus Angst, das Pferd bleibt stehen und dadurch das Tier eher verunsichern. Oftmals werden die Pferde auch nicht mit der nötigen Ruhe an diese Art von Hindernis gewöhnt.

Wassergraben-Sturz

Bei offenen Wassergräben wird dies dann erst Recht zum Problem. Das Hindernis, welches als Weitsprung zählt, kann bis zu 4,50 m breit sein. Der ideale Absprungpunkt liegt direkt vor dem Wassergraben, da das Pferd keine Höhe, sondern nur Weite erreichen muss. Für eine bessere Taxierung wird eine Absprunghilfe, meistens in Form eines kleinen Gatters, Pflanzen oder ähnlichem aufgestellt, welches beim Umfallen, allerdings nicht als Strafpunkte geahndet wird. Als Fehler gilt jedoch, wenn da Pferd in den Graben oder auf das noch zum Wassergraben gehörende weiße Band tritt.

Sprung-offener-Wassergraben

Vermeide es lieber in den Wassergraben zu fallen, da viele Veranstalter blaue Farbe verwenden, um den Wassergraben optisch aufzuhübschen. Zum Leidwesen der Reiter, ist das Blau jedoch sehr hartnäckig auf der weißen Reithose.

Das In-Out

Bei einem In-Out handelt es sich um Sprünge, die mit einem Abstand von 3,0 – 3,5 m ohne Galoppsprung dazwischen aufgebaut werden. Das Pferd springt über das erste Hindernis und nach der Landung direkt über das zweite, was vor allem das Konzentrations- und Reaktionsvermögen fördert. Gerne wird diese Art von Kombination auch in Gymnastikreihen verbaut, um den Rhythmus zu verbessern.

In-Out

Kombinationen

Eine Kombination besteht aus zwei oder drei Hindernissen mit jeweils einem oder zwei Galoppsprüngen dazwischen. Bei einer Kombination mit einem Galoppsprung stehen die Hindernisse für Großpferde in einem Abstand von 7-8 m und bei zwei Galoppsprüngen sind es 10-11 m. Für den kleineren Galoppsprung eines Ponys müssen diese angepasst werden: 1 Galoppsprung 7,00 – 7,5 m und 2 Galoppsprünge 9,8 – 10,3 m.

Kombinationen können beliebig variiert werden zwischen Steilsprung, Oxer oder Triplebarre. Ebenso sieht das mit den Galoppsprüngen zwischen den Hindernissen aus.

Kombination

Der genaue Abstand zwischen den Hindernissen einer Kombination hängt zum Beispiel davon ab, wie hoch die Abmessungen sind und um welche Art von Hindernissen es sich handelt, denn danach richtig sich die Lande- und Absprungdistanz. Allerdings spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, an die der ein oder andere Reiter mit Sicherheit nicht gleich denkt. So kann die Bodenbeschaffenheit den Raumgriff der Galoppsprünge beeinflussen. Gleiches gilt für die Art es Reitplatzes, da viele Pferde auf einem großen Außenplatz mit mehr Motivation galoppieren. Stehen die Sprünge Richtung Ausgang, ziehen viele Pferde das Tempo an und bei glotzigen Hindernissen, ist das Gegenteil der Fall.

Die Kombination wird als ein Sprung gesehen und mit A, B und gegebenenfalls C markiert. Verweigert das Pferd an einem der Hindernisse einer Kombination, müssen alle Hindernisse nochmals überwunden werden. Beim Überwinden kommt es vor allem auf Konzentrations- und Reaktionsvermögen von Pferd, aber auch Reiter an, da nach dem ersten Sprung direkt der nächste folgt. Damit alle Hindernisse einer Kombination rhythmisch und harmonisch absolviert werden können, ist vor allem das korrekte Anreiten ausschlaggebend. Passt der Abstand beim Einsprung nicht, wird es mehr als schwer aus der Kombination ohne Fehler wieder herauszukommen.

Fehler-Sprung-Kombi

Distanzen

Stehen die Hindernisse mehr als zwei Galoppsprünge voneinander entfernt, wird von einer Distanz gesprochen. Der Abstand errechnet sich nun aus Lande- und Absprungdistanz sowie der Länge jeden Galoppsprunges, der bei einem Großpferd bei um die 3,6 m (Pony 3 m) liegt.

An folgenden Abmessungen kannst du dich bei den Distanzen für Großpferde orientieren. Die Angaben in der Klammer sind für Ponys:

  • 4 Galoppsprünge: 17,60 – 18,60 m (16,50 – 17,50 m)

  • 3 Galoppsprünge: 14,10 – 15,00 m (13,20 – 14,20 m)

  • 5 Galoppsprünge: 21,50 – 22,50 m (19,50 – 20,60 m)

  • 6 Galoppsprünge: 24,70 – 26,00 m (22,70 – 23,60 m)

  • 7 Galoppsprünge: 28,50 – 29,50 m (26,00 – 27,10 m)

  • 8 Galoppsprünge: 32,00 – 33,00 m (29,00 – 30,00 m)

Damit du die Distanzen nicht immer mit einem Maßband aufbauen musst, kannst du Schritte üben, die einen Meter lang sind. Messe hierfür Abstände mit einem Meter ab und gehe diese ab. In der Regel musst du einen etwas größeren Schritt machen, aber das kommt selbstverständlich auf deine Beinlänge an. 

Distanz

Beachte jedoch, dass auch hier wieder eine große Anzahl an Faktoren den Galoppsprung vergrößern oder verkleinern. Außerdem verfügen manche Pferde über eine raumgreifendere Galoppade als andere. Daher solltest du dir beim Abgehen des Parcours immer direkt überlegen, wie du die Distanz reiten möchtest. Musst du eher vorwärts reiten, oder den Galoppsprung gegebenenfalls verkürzen, um den perfekten Absprung zu finden. Hier ist dann ein geschultes Auge und das Können des Reiters gefragt.

Die Phasen des Sprungs beim Springreiten

Das Springreiten erfordert höchste Konzentration und ein gutes Zusammenspiel von Mensch und Tier. Vor allem in einem Parcours mit mehreren Hindernissen muss auf so viele Dinge geachtet werden, die viel Schweiß und Geduld verlangen, bis sie sitzen. Auch den besten Springreitern dieser Welt passiert es immer mal wieder, dass sie nicht den optimalen Weg wählen oder die Distanz nicht ganz hinhaut. Denn beim Reiten handelt es sich immer noch um ein Sport bei dem sich zwei Lebewesen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, verständigen müssen. Jeder hat seinen eigenen Kopf oder vielleicht auch mal einen schlechten Tag. Umso wichtiger ist es, dass du jede Phase des Sprunges optimal nutzt, damit der Parcours ein Erfolg wird.

Anreiten

Das Anreiten des Sprunges stellt die erste Phase dar und ist entscheidend für das fehlerfreie Überwinden des Hindernisses. Kann das Pferd bei einer niedrigeren Klasse durch Vermögen eventuelle Abstimmungsschwierigkeiten noch ausgleichen, wird dies bei höheren Abmessungen schwieriger und der Bereich des idealen Absprungpunktes wird mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad immer kleiner. Immer mit Blick auf den Sprung gerichtet, hat der Reiter hat die Aufgabe, durch verkürzen oder verlängern des Galopps seines Pferdes, so an das Hindernis heranzureiten, dass der Absprung passt. Wichtig hierbei ist auch die stetige Kontrolle des Tempos, da ansonsten das Pferd zu dicht an das Hindernis gerät, viel zu weit abspringt oder sogar verweigert. Idealerweise zieht dein Tier zum Hindernis, sodass du die Zügel anstehen lassen kannst, aber lässt sich jederzeit kontrollieren.

Sprung-Anreiten

Sprung

Phase zwei ist der eigentliche Sprung über das Hindernis. Damit der Sprung gelingt, müssen Reiter und Pferd ausbalanciert sein. Der Reiter kann sein Pferd unterstützen, indem er geschmeidig mit der Pferdebewegung mitgeht und nicht im Zügel hängt. So kann sich der Pferderücken ideal aufwölben und der Hals strecken, um die nötige Sprungkraft zu entfalten. Außerdem sollte sich der Reiter beim Überwinden des Hindernisses klar sein, in welche Richtung er danach weiter reiten möchte, denn durch das Schauen auf das nächste Hindernis und der Gewichtsverlagerung, sollte das Pferd im richtigen Galopp landen.

Phase-Sprung-Pferd

Landung

Die abschließende Phase ist die Landung nach dem Hindernis. Um den Rhythmus des Pferdes nicht zu stören, muss der Reiter den Sprung in den Knien abfedern und geschmeidig im Sattel Platz nehmen. Schnelle Reaktion ist außerdem gefragt, denn nach dem Sprung ist in der Regel vor dem Sprung und das nächste Hindernis lässt nicht lange auf sich warten. Musste vor dem Sprung etwas Druck gemacht werden, neigen viele Pferde dazu nach dem Sprung etwas eilig zu werden. Kontrolle ist oberstes Gebot beim Springreiten, um Fehler und auch Unfälle zu vermeiden.

Sprung-Landung

Springreiten: Diese Klassen gibt es

Jeder hat mal klein angefangen, auch beim Springreiten. Das gilt für den Reiter, sowohl als auch für das Pferd. Gut dass es hierfür die verschiedenen Klassen gibt, in welchen je nach Ausbildungsstand, oder auch Vermögen, gestartet werden kann. Ganz behutsam geht es da für die Nachwuchsspringreiter im Springreiter-Wettbewerb los. Es werden einzelne Sprünge oder Sprungfolgen bei einer maximalen Sprunghöhe von 0,85 cm geritten. Der Richter bewertet hierbei den Sitz und die Einwirkung des Reiters und vergibt eine Wertnote zwischen 0 und 10.

Der Caprilli-Wettbewerb ist eine besondere Form der Springprüfung, da es Dressur und Springen vereint. Der Reiter muss zuerst eine kleine Dressur Aufgabe reiten und anschließend Trabstangen sowie drei bis vier Hindernisse überwinden, die zwischen 60 und 80 cm hoch sind. Die Leistung wird anschließend auch wieder von einem Richter bewertet.

Klasse-A

Bei der nächst höheren Klasse geht es dann mit dem richtigen Parcours los. Dieser Übersicht könnt ihr die verschiedenen Klassen mit ihren Anforderungen entnehmen:

  • Klasse E (Einsteiger)
    Für die Halle sind mindestens 6 und für die Freifläche mindestens 7 Hindernisse gefordert.
    Sprunghöh: 0,85 m
    Kombinationen: maximal 1 zweifache Kombination

  • Klasse A* (Anfänger)
    Für die Freifläche müssen mindestens 7 und in der Halle mindesten 6 Hindernisse überwunden werden.
    Sprunghöhe: 0,95 m
    Kombinationen: maximal 2 zweifache Kombinationen

  • Klasse A**
    Im Freien müssen mindestens 7 und in der Halle mindestens 6 Hindernisse übersprungen werden.
    Sprunghöhe: 1,05 m
    Kombinationen: maximal 2 zweifache Kombinationen
    Wassergrabenweite: 2,50 m

  • Klasse L (Leicht)
    In der Halle werden mindestens 7 und auf der Freifläche mindestens 8 Hindernisse übersprungen.
    Sprunghöhe: 1,15 cm
    Kombinationen: maximal 2 zweifache und 1 dreifache Kombination
    Wassergrabenweite: 3,00 m

  • Klasse M* (Mittelschwer)
    Die Freifläche sieht 9 und die Halle 8 Hindernisse vor. 
    Sprunghöhe: 1,25 cm
    Kombinationen: maximal 2 zweifache und 1 dreifache Kombination
    Wassergrabenweite: 3,50 m

  • Klasse M**
    Hierbei werden in der Halle 9 und im Freien 10 Hindernisse übersprungen. 
    Sprunghöhe: 1,35 cm
    Kombinationen: freie Auswahl
    Wassergrabenweite: 4,00 m

  • Klasse S* (Schwer)
    Im Freien werden mindestens 10 und in der Halle mindestens 9 Hindernisse überwunden. 
    Sprunghöhe: 1,40 cm
    Kombinationen: freie Auswahl
    Wassergrabenweite: 4,10 m

  • Klasse S**
    Hierbei überspringen Reiter und Pferd in der Halle 9 und im Freien 10 Hindernisse. 
    Sprunghöhe: 1,45 cm
    Kombinationen: freie Auswahl
    Wassergrabenweite: 4,30 m

  • Klasse S***
    Im Freien müssen 11 und in der Halle 10 Hindernisse übersprungen werden. 
    Sprunghöhe: 1,50 cm
    Kombinationen: freie Auswahl
    Wassergrabenweite: 4,50 m

  • Klasse S****
    Hierbei gibt es im Freien 11 und in der Halle 10 Hindernisse. 
    Sprunghöhe: 1,55 cm
    Kombinationen: freie Auswahl
    Wassergrabenweite: 4,50 m

Der Parcoursbauer kann jedoch die Höhe von bis zu 5 cm von der angegebenen Sprunghöhe in beide Richtungen anpassen. Allerdings müssen mindestens 25 Prozent der Sprünge den festgelegten Maßen entsprechen, darunter wenigstens ein Steilsprung und ein Oxer.

Das Anreiten eines Sprunges mit einem Lebewesen, das seinen eigenen Kopf hat verlangt nicht nur eine große Portion Mut, sondern auch gegenseitiges Vertrauen in allen Lebenslagen.

Reiten-Regen@Roland W. Lieder

Sei dir bewusst, dass du das nicht von Heute auf Morgen erlernen, oder aufbauen kannst. Ein eingespieltes Team im Parcours zu werden braucht seine Zeit und viel Training. Überstürze nichts, wozu du und dein Pferd noch nicht bereit seid. 

Auf eurem gemeinsamen Weg können wir dich von Fundis Reitsport mit der richtigen Ausrüstung bestens unterstützen. Selbst dem Springsport verfallen, wissen wir worauf es ankommt und beraten dich jederzeit gerne. Denn wir finden, es gibt fast nichts schöneres, als mit seinem Liebling über die Hindernisse zu fliegen.

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Autor


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Ich bin Lena, 28 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben.

Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.

Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. :) Viel Spaß beim Lesen!

- Lena Junker

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