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Das solltest du über Impfungen beim Pferd wissen

22. Juni 2020 // Lena Junker

Endlich geht es wieder los! Nach der Winterpause finden langsam die ersten Turniere statt, auf die wir mal wieder viel zu lange warten mussten. Aber vor lauter Aufregung solltest du auf keinen Fall vergessen, in den Pferdepass zu schauen, um zu kontrollieren, ob nicht noch eine Impfung aufgefrischt werden muss. Vor allem für Turnierreiter ist dies sehr wichtig, da nur bei einer korrekt durchgeführten Grundimmunisierung und regelmäßiger Auffrischung eine Teilnahme am LPO-Turniersport oder an WBO-Wettbewerben erlaubt ist. Aber generell ist eine Impfung für Pferde sinnvoll als Gesundheitsvorsorge und zum Schutz vor der Ansteckung mit Krankheitserregern. Alle wichtigen Informationen über die verschiedenen Impfungen haben wir dir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Was ist Impfen eigentlich?

Frau mit Pferd auf Laufband

Impfungen haben wir alle schon am eigenen Leib erfahren müssen. Die teilweise etwas schmerzhaften Injektionen sind mittlerweile ganz normal geworden. Durch diese bahnbrechende Erfindung konnten sogar Krankheiten ausgerottet werden. Aber warum ist eine Impfung eigentlich so effektiv? Zur Bekämpfung und zum Schutz vor Krankheitserregern haben wir Menschen sowie alle anderen Säugetiere das Immunsystem. Es basiert vereinfacht dargestellt auf zwei wichtigen Strategien. Zum einen können Antikörper und Abwehrzellen gebildet werden, um Erreger zu bekämpfen, welche in den Körper eindringen. Zum anderen aber wird nach dem Kontakt mit unbekannten Erregern die Bildung von Gedächtniszellen ausgelöst, welche den gleichen Erreger nach Monaten bis Jahre wieder erkennen können.

Dadurch läuft die Immunantwort viel schneller ab, da der Körper sofort weiß, welche Antikörper gebildet werden müssen. Der Körper hat damit eine sogenannte Immunkompetenz erlangt und das Ausbrechen der Krankheit kann beim nächsten Kontakt mit dem gleichen Erreger verhindert werden.

Bei einer Schutzimpfung macht man sich diese Immunkompetenz zu Nutze, indem abgeschwächte oder abgetötete Erreger bzw. deren Bestandteile in den Körper injiziert werden. Da die Konzentration gering ist, wird eine Immunantwort und somit die Bildung von Antikörpern und Gedächtniszellen ausgelöst, aber nicht die Krankheit.

Es gibt auch die Möglichkeit einer passiven Impfung. Hierbei werden direkt Antikörper gespritzt, was vor allem in akuten Situationen sinnvoll sein kann, da die Bildung von Antikörpern ansonsten 1-2 Wochen dauern würde. Jedoch wird dadurch nicht das Entwickeln von Gedächtniszellen ausgelöst, daher handelt es sich streng genommen nicht um eine Impfung im eigentlichen Sinne.

So impfst du dein Pferd richtig

Damit dein Pferd einen wirksamen Impfschutz erreicht, müssen mehrere Schritte durchlaufen werden. Beginnen musst du mit der sogenannten Grundimmunisierung. Je nach Impfstoff und Hersteller besteht diese aus drei Injektionen. In der Regel erfolgt die Grundimmunisierung bei Fohlen im Alter von 6 Monaten. Fohlen sollten nicht früher geimpft werden, da die noch vorhandenen Antikörper aus der Biestmilch die Impfantigene ausschalten. Dies kann zur Folge haben, dass ein mangelhafter Impfschutz für den Rest des Lebens besteht.

Achte auf jeden Fall auf eine korrekte Ausführung, denn nur so ist ein funktionierender Immunschutz garantiert. Nach der letzten Impfung für die Grundimmunisierung muss in regelmäßigen Abständen die Auffrischimpfung erfolgen. Die Zeitspanne hängt vom Impfstoff ab und ob du mit deinem Vierbeiner auf Turnieren starten willst.

Erfolgt die Auffrischung nicht im angegebenen Zeitraum, musst du gegebenenfalls nochmals mit der Grundimmunisierung starten. Achte daher darauf, dass die Impfungen immer in den vorgegebenen Intervallen aufgefrischt werden und im Pferdepass festgehalten werden. Häufig verschicken Tierärzte Briefe, in welchen sie die Pferdebesitzer an anstehende Impfungen erinnern.

Was beim Impfen der Pferde zu beachten ist

Wie schon erwähnt, ist das Einhalten der vorgeschriebenen Impfintervalle Grundvoraussetzung für einen optimalen Schutz gegen Krankheitserreger. Da bei der Impfung im Grunde eine abgeschwächte Erkrankung stattfindet, sollte dein Pferd gesund sein, um die Erreger bestmöglich bekämpfen zu können. Auch solltest du darauf achten, dass dein Tier frei von Parasiten ist und gegebenenfalls frühzeitig eine Entwurmung durchführen.

Optimalerweise vermeidest du, dein Pferd in einer Stresssituation impfen zu lassen. Dies kann zum Beispiel ein gerade stattgefundenen Stallwechsel sein, aber auch ein Turniereinsatz oder Auswärtstraining unmittelbar vor der Impfung ist nicht ratsam, da dies Stress für die Tiere bedeutet.

Achte wenn möglich darauf, dass sich dein Pferd nicht im Fellwechsel befindet, denn in dieser Zeit ist der Stoffwechsel der Tiere schon genug belastet und sie sind anfälliger für Nebenwirkungen. Der Tierarzt untersucht die Vierbeiner jedoch auch, bevor die Spritze mit dem Impfstoff verabreicht wird. So stellt er sicher, dass die Tiere wirklich impffähig sind.

Das Immunsystem muss nach der Impfung die Erreger bekämpfen, also Antikörper und schlussendlich Gedächtniszellen produzieren. Damit dein Pferd nicht zusätzlich belastet wird, solltest du es ein paar Tage nur leicht arbeiten oder eine kleine Auszeit auf der Koppel ermöglichen.

Pferd wird untersucht

Während dieser Zeit können leichte Krankheitssymptome auftreten wie Fieber, da der Körper zur Bekämpfung schädlicher Einflüsse die Temperatur hochfährt, denn in wärmerer Umgebung laufen bestimmte Abwehrmechanismen schneller. Leichte Temperaturanstiege bis zu 38,5 Grad sind vollkommen normal. Ist die Temperatur aber höher oder hält sich über mehrere Tage, sollte der Tierarzt verständigt werden.

Eine weitere Nebenwirkung können Schwellungen oder Schmerzhaftigkeit um die Einstichstelle sein. Da die Nebenwirkungen häufig eine abgemilderte Form der echten Erkrankung sind, entsteht bei der Tetanusimpfung oft ein kleiner Tetanuskrampf um die betroffene Hautstelle. In der Regel laufen diese Reaktionen recht harmlos ab. Zeigt dein Pferd jedoch über mehrere Tage starke Krankheitssymptome, setze dich mit deinem Tierarzt in Verbindung.

Manche Pferde reagieren empfindlicher auf Impfungen als andere. Sollte dies bei deinem Pferd der Fall sein, informiere deinen Tierarzt vor der nächsten Impfung auf jeden Fall darüber. So kann dieser zum Beispiel ein Präparat eines anderen Herstellers verwenden. Häufig werden Influenza und Tetanus zusammen geimpft, was eine noch größere Belastung für das Immunsystem bedeutet. Sollte dein Tier dazu neigen, mit stärkeren Nebenwirkungen auf Impfungen zu reagieren, ist es ratsam, die verschiedenen Impfungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verabreichen.

Es gibt auch Tiere, die auf jede Impfung mit starken Nebenwirkungen reagieren, welche häufig mehrere Tage anhalten und das Pferd stark belasten. In Absprache mit deinem Tierarzt und je nachdem wie häufig du mit deinem Pferd auf Turnieren sowie anderen Anlagen unterwegs bist, kann es ratsam sein, die Impfintervalle zu verlängern.

Diese Impfungen sind für Pferde wichtig

Die Impfung gegen Tetanus und Influenza sind ein absolutes Muss für alle Pferde. Empfohlen wird außerdem Herpes, vor allem in Zeiten, in denen Herpes häufiger auftritt. Auch gegen Tollwut ist ein Impfstoff vorhanden, welcher in manchen Regionen Deutschlands sinnvoll sein kann. Grundsätzlich gilt Deutschland seit 2006 als tollwutfrei, jedoch werden Pferde in waldnahen Gebieten häufig noch geimpft, da der Fuchs als Hauptkrankheitsüberträger gilt. Außerdem wird empfohlen, Tiere, die nach Belgien oder in die Niederlande reisen, gegen diese Krankheit zu impfen. Großbritannien zum Beispiel lässt Tiere ohne Impfschutz gar nicht erst einreisen.

Ebenso ist ein Impfstoff gegen die Hautpilzerkrankung beim Pferd vorhanden. Dieser kann im Gegensatz zu den anderen Impfungen auch nach Ausbruch der Krankheit verabreicht werden, um die Symptome zu verringern und die Heilung zu beschleunigen. Gespritzt wird der Impfstoff intramuskulär und zur Grundimmunisierung sind zwei weitere Impfungen im Abstand von 14 Tagen notwendig. Soll der Impfschutz aufrechterhalten werden, ist eine Auffrischung nach jeweils 9-12 Monaten notwendig.

Spritze für das Pferd

Ein sehr umstrittenes Thema ist die Impfung gegen Druse. Hierbei können starke bis lebensbedrohliche Nebenwirkungen auftreten und keines der verfügbaren Produkte kann einen wirklich effizienten Schutz gegen die Krankheit bieten. Dieses Jahr will das schwedische Biotechnologieunternehmen Intervacc AB jedoch einen Impfstoff gegen Druse auf den Markt bringen, der endlich einen effektiven Schutz bieten soll. In einem vielversprechenden Versuch konnte der Ausbruch der Krankheit bei den meisten Tieren verhindert werden und auch keine Nebenwirkungen traten auf.

Leider ist auch bei dem neuen Impfstoff problematisch, dass die Immunität nur für ca. 2 Monate erhalten bleibt. So kannst du dein Pferd zum Beispiel vor dem Einsatz eines Turniers impfen und es selbst sowie andere Pferde im Heimatstall vor einer Ansteckung schützen. Eine langfristige Immunität zu erlangen, ist jedoch nicht möglich.

Tetanus-Impfung

Tetanus wird auch Wundstarrkrampf genannt und durch ein Bakterium (Clostridium tetani) ausgelöst, welches überall in der Umwelt vorkommt. Dieses Bakterium bildet ein Neurotoxin, das die muskelsteuernden Nervenzellen schädigt und häufig zum Tode führt.

Die Bakterien siedeln sich im Darm an und werden mit dem Kot ausgeschieden. Da sie dann im Boden als Sporen vorliegen, können sie dort Jahre überdauern. Daher sind die Erreger vor allem im Boden zu finden und können unter anderem durch kleine, oftmals unscheinbare Verletzungen an den Beinen in den Körper gelangen. Größere Wunden sind häufig mit einem geringeren Tetanusrisiko verbunden, da die Erreger mit dem Blut wieder ausgespült werden.

Besonders gefährlich sind zudem tiefe, eitrige Wunden, die keiner frischen Luft ausgesetzt sind. Das sind optimale Voraussetzung für die Sporen, sich schnell zu den vermehrungsfähigen Bakterien umzubilden und das gefährliche Nervengift zu produzieren. Durch die Blut- und Lymphbahnen gelangt diese in den Körper und bleibt an den Nervenzellen haften. Dies führt zu den lebensbedrohlichen Muskelkrämpfen, von denen sich die verkrampfte Muskulatur nicht mehr erholen kann.

Eine Impfung gegen Tetanus ist der einzig wirksame Schutz gegen diese Krankheit und sollte eine Selbstverständlichkeit sein, egal ob Youngster, Rentner auf der Weide oder Sportpferd. Die Unterlassung stellt sogar einen Verstoß gegen den Tierschutz dar. Allerdings haben wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt, dass die Tiere nach einer Impfung weitaus länger immun waren als die Zeit des vom Impfstoffhersteller angegebenen Impfintervalls.

Vergiftung-Pferd

Mit Hilfe eines Schnelltests kann der vorhandene Tetanus-Antikörperspiegel überprüft werden und so können die Auffrischimpfungen nach der Grundimmunisierung davon abhängig gemacht werden. Das empfiehlt sich vor allem bei Tieren, die mit starken Nebenwirkungen auf die Injektionen reagieren.

Tetanus
Impfen:Ja
Grundimmunisierung:Erste Impfung: Mit 6 Monaten
Zweite Impfung: 4-6 Wochen nach erster Impfung
Dritte Impfung: 12-14 Monate nach zweiter Impfung
Auffrischungsimpfungen:Alle 1-3 Jahre, je nach Hersteller oder abhängig vom Ergebnis des Antikörper-Schnelltests

Influenza-Impfung

Bei Influenza, auch als Pferdegrippe bekannt, handelt es sich um eine Virus-Erkrankung, die den gesamten Atmungsapparat betrifft. Die Virusinfektion betrifft sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege und äußert sich in starkem Husten, hohem Fieber, Nasenausfluss und geschwollenen Lymphknoten. Über Tröpfcheninfektion, das heißt also etwa über Husten oder Niesen, werden die Influenza Viren übertragen. Gerade in großen Ställen oder auf Turnieren breitet sich die Krankheit sehr schnell aus.

Unbehandelt kann Influenza zu einer Lungen- oder eine Herzmuskelentzündung führen. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und jährlich erkranken Pferde an den Viren - meistens betrifft dies ungeimpfte Tiere. Ein großes Problem ist, dass die Viren ihre immunogenen Eigenschaften von Zeit zu Zeit verändern können. Dadurch kann es sein, dass die durch eine Impfung gebildeten Antikörper und Gedächtniszellen nicht mehr auf die veränderten Influenza-Viren ansprechen und die Tiere trotzdem erkranken. Eine ständige Überprüfung der aktuellen Viren ist daher sehr wichtig, um gegebenenfalls neue Impfstoffe zu entwickeln.

Für Pferde, die am LPO-Turniersport oder an WBO-Wettbewerben teilnehmen, schreibt die FN die Influenza-Impfung nach erfolgter Grundimmunisierung alle sechs Monate vor. Sie will dadurch bei Pferden im Sport die Infektion, das Auftreten der Erkrankung sowie deren Ausbreitung verhindern und hiergegen ist die Impfung momentan die einzig mögliche Maßnahme. Auch auf FEI Turnieren ist mittlerweile die gleiche Regelung durchgesetzt worden. Nachlesen könnt ihr diese Impfvorschrift in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO), § 66 Allgemeine Teilnahmebeschränkungen von Pferden (1.7) oder in Regel 14.4 sowie im Teil III der WBO.

Für Pferde hingegen, welche nicht am Turniersport teilnehmen und auch ansonsten die Heimatanlage nicht so häufig verlassen, kann eine jährliche Impfauffrischung ausreichend sein.

Influenza
Impfen:Ja, bei Turnierpferden verpflichtend
Grundimmunisierung:Erste Impfung: Mit 6 Monaten
Zweite Impfung: 4-6 Wochen nach erster Impfung
Dritte Impfung: 5-6 Monate nach zweiter Impfung
Auffrischungsimpfungen:Alle 6 Monate (plus max. 21 Tage) bei Turnierpferden.
Ohne Turnierteilnahme und wenig Kontakt zu fremden Pferden ist ein Intervall von einem Jahr ausreichend.

Herpes-Impfung

Weltweit kommt die ansteckenden Erkrankungen bei Pferden mit dem Equinen Herpesvirus (EHV) vor. Die für Pferde in Zusammenhang mit dem Thema Impfung relevanten Herpesviren sind zum einen das EHV1, welches für die meisten Ausbrüche verantwortlich ist und das zweite relevante Virus ist das EHV4.

Je nach Art des Virus kann die Erkrankung unterschiedliche Folgen haben:

  • Virusabort ("Verfohlen") oder Geburt lebensschwacher Fohlen: EHV 1
  • Atemwegsinfektionen mit Fieber, vorrangig bei Absetzfohlen und jungen Pferden, (sog. Rhinopneumonitis): EHV 4
  • Erkrankung des Nervensystems mit Lähmungen und Koordinationsstörungen (sog. paretisch-paralytische Form): EHV 1 + 4

Die Hauptgefahr dieser Infektion ist, dass der Erreger sehr lange im Organismus verweilt und das Pferd somit Virusträger und -ausscheider bleibt. Da sich der Virus in die Nervenzellen zurückzieht, reagiert das Immunsystem des Körpers nicht mehr darauf und ein vollständiges Bekämpfen ist nicht möglich. Daher sind rund 80 % der Pferde weltweit lebenslanger Virusträger. Unter ungünstigen Umständen, zum Beispiel aufgrund von Stress, ausgelöst durch Stallwechsel, Turnier, Absetzen des Fohlens oder einem geschwächten Immunsystem, kann es zu einer Reaktivierung des Virus kommen, welches nicht mit klinischen Symptomen einhergehen muss.

Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Impfungen, welche die Tiere recht sicher vor der Krankheit schützen, kann die Impfung gegen Herpes die Infektion und den eventuellen Ausbruch der durch Herpesviren hervorgerufenen Krankheiten nicht sicher verhindern, sondern nur günstig beeinflussen oder abmildern. Außerdem scheiden geimpfte Pferde wesentlich weniger Viren aus als ungeimpfte. Daher sollten immer alle Pferde eines Betriebes flächendeckend geimpft sein, mit dem Ziel, die Ausscheidung von Herpesviren im Gesamtbestand zu verringern. Je kleiner die freigesetzte Virusmenge in einem Pferdebestand ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer akuten Erkrankung mit den genannten Folgen.

In Deutschland stehen zwei verschiedenen Impfstoffe gegen die equinen Herpesviren zur Verfügung. Zum einen der abgeschwächte Lebendimpfstoff mit dem EHV1, der die Gefahr einer Infektion verringert und außerdem bei einer entstehenden Atemwegsinfektion die Symptome abmildern kann. Bei dem anderen Impfstoff werden die Impfviren (EHV1 und 4) in abgetöteter Form verabreicht. Dies kann neben den Atemwegsinfektionen auch das Risiko des Virusaborts bei tragenden Stuten abschwächen.

Jedoch kommt es nicht selten zu Lieferengpässen seitens der Hersteller, welches die Aufrechterhaltung des Impfschutzes sehr schwierig gestaltet. Zum Glück weisen EHV1 und 4 viele Ähnlichkeiten auf, sodass der Tierarzt auf den anderen als den bisher verwendeten Impfstoff ausweichen kann. Dies funktioniert jedoch nicht bei der Grundimmunisierung, die mit dem gleichen Impfstamm abgeschlossen werden sollte.

Außerdem ist bei tragenden Stuten wichtig zu wissen, dass der EHV1-Impfstoff keine Zulassung für die Vorbeugung eines Virusaborts besitzt. Bei Lieferengpässen in Deutschland versuchen viele Tierärzte dann den Impfstoff aus dem Ausland zu erhalten.

Trotz der oben genannten Einschränkungen in Bezug auf die EHV-Impfung empfiehlt die FN, die Pferde gegen das Herpesvirus impfen zu lassen.

Herpes
Impfen:Empfohlen
Grundimmunisierung:Erste Impfung: Mit 6 Monaten
Zweite Impfung: 4-6 Wochen nach erster Impfung
Dritte Impfung: 5-6 Monate nach zweiter Impfung
Auffrischungsimpfungen:Alle 6 Monate

Sind Impfungen sinnvoll?

Die Impffrage ist nicht nur bei uns Menschen ein umstrittenes Thema. Auch in der Pferdewelt werden Stimmen laut, dass die Impfung mehr Geldmacherei ist, als dass sie tatsächlich hilft und die Nebenwirkungen den Pferden sogar schaden können. Natürlich steckt viel Geld hinter der Pharmaindustrie und die halbjährlichen Impfungen erleichtern den Geldbeutel der Pferdebesitzer um mehrere hundert Euro. Vor allem wenn man den neuen Forschungen glauben kann, dass die Immunität durch Impfungen viel länger anhält als vom Hersteller angegeben. Dieser möchte sich absichern und gibt daher vorsorglich ein kürzeres Impfintervall an.

Tetanus ist für Pferde eine sinnvolle Schutzimpfung, welche vom Ergebnis des Schnelltests abhängig gemacht werden kann und dadurch nur noch dann verabreicht wird, wenn es wirklich notwendig ist. Bei Influenza gestaltet sich dies vor allem als Turnierreiter schwieriger, denn diese Impfung ist, um an Turnieren teilnehmen zu dürfen, verpflichtend.

Frau mit Pferd

Als Pferdebesitzer legen wir viel Wert auf das Wohlergehen unserer Vierbeiner. Mit einer guten Impf-Routine können wir hierzu viel beitragen. Gegen welche Krankheiten du dein Pferd impfen lassen willst, hängt von dir ab und davon, in welcher Region du dich mit deinem Tier befindest. Hierzu kannst du am besten mit deinem Tierarzt, aber auch mit den anderen Pferdebesitzern deines Betriebes sprechen, um vor allem bei Herpes eine flächendeckende Impfung zu garantieren. Gerade für Zuchtbetriebe ist dies sinnvoller, da die Impfung das Risiko eines Virusaborts verringert.

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    Die Autoren

    Ich bin 29 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben. Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.
    Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. 🙂

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