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Pflege 26.07.2021

Pferde waschen & abspritzen - So wäschst du dein Pferd richtig

Fast schon neidisch wird man da doch auf den Vierbeiner, wenn es bei heißen Temperaturen nach dem Reiten ans Pferde duschen geht. Am liebsten würde sich jeder Reiter direkt daneben stellen und das kühle Nass genießen. Allerdings gibt es beim Pferde waschen mehr zu berücksichtigen, als du zu Beginn vielleicht denkst. Was es im Zusammenhang mit Wasser und Pferden in den verschiedenen Jahreszeiten zu beachten gilt und wie du beim Abspritzen des Vierbeiners richtig vorgehst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Die wichtigsten Funktionen der Pferdehaut

Bevor es darum geht, wie man Pferde waschen und ihnen damit etwas Gutes tun kann, möchten wir dir erst einmal relevante Informationen über die Pferdehaut näherbringen. Sie ist nicht nur das wichtigste, sondern zugleich auch das größte Organ des Pferdes und speichert rund ein Drittel des Blutes. Hat dein Tier Hautpartien mit hellen Haaren, musst du besonders achtsam sein, denn diese Stellen sind empfänglicher für Hauterkrankungen wie zum Beispiel Mauke.

Die Pferdehaut hat folgende wichtigen Aufgaben und Funktionen:

  1. Funktion als Schutzhülle
  2. Unterstützung der Thermoregulierung
  3. Regulierung des Wasser- und Elektrolythaushaltes
  4. Bildung von Vitamin D mit Hilfe des Sonnenlichts
  5. Sinnesorgan

Die grundlegende Aufgabe der Haut ist also der Schutz des Körperinneren vor äußeren Einflüssen. Putzt du den Schmutz aus dem Fell, trägst du zwar grundsätzlich schon zum Schutz bei, aber dennoch muss die Haut Bakterien, Viren, Pilze, Regen, Shampoo oder Fellspray vom Pferdeorganismus fernhalten. Du solltest das größte Organ deines Pferdes also mit Fürsorge behandeln.

Besonders wichtig für das Pferd ist auch das Wälzen. Es dient zur Haut- und Fellpflege, löst Verspannungen, fördert die Durchblutung und massiert die Muskeln. Zum Leidwesen der Pferdebesitzer suchen sich die Vierbeiner gerne das tiefste Schlammloch dafür aus. Um den Dreck wieder aus dem Fell zu bekommen, muss man dann ab und an zum Wasserschlauch und Shampoo greifen.

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Das Pferd richtig duschen

Gerade an heißen Sommertagen möchte man seinem vierbeinigen Liebling etwas Gutes tun und es kalt abspritzen. Das ist für Pferde allerdings nur dann angenehm, wenn man es richtig macht. Wahrscheinlich hat es jeder im Stall schon einmal gesehen oder selbst erlebt: Reiter/in steht überfordert in der Waschbox für Pferde oder draußen am Waschplatz, in der einen Hand ein panisches Pferd, in der anderen den Wasserschlauch, der eigentlich nur für eine Abkühlung sorgen soll. Um solche Horrorszenarien zu vermeiden, solltest du dir vorher Gedanken darüber machen, welche gesundheitlichen Folgen eine eiskalte Dusche haben kann. Dein Tier kann danach nämlich unter Verspannungen, Kreislaufproblemen oder sogar Koliken leiden.

Aber wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen, denn die möglichen Folgen lassen sich ganz leicht vermeiden. War die Reitstunde oder der Ausritt doch etwas schweißaufreibender als geplant, solltest du dein Pferd am Ende noch 15 bis 20 Minuten in Ruhe im Schritt bewegen, damit sich der Atem wieder normalisiert. Idealerweise steigst du dafür ab, lockerst den Sattelgurt oder nimmst den Sattel ganz ab.

Danach kannst du mit dem Pferde duschen beginnen, aber verwende auf keinen Fall eiskaltes Wasser, denn dadurch heizt sich der Körper noch mehr auf und der Kreislauf gerät ins Wanken. Der Pferdekörper reagiert durch das Wasser auf kurze Kältereize mit einer Gegenreaktion und schickt Wärme. Daher führt auch das Abkühlen der Beine erst nach ca. 10 Minuten zu dem kühlenden Effekt.

Wichtig ist außerdem, dass du nicht in der Nähe des Herzens anfängst, also auf keinen Fall an der Brust. Dusche das Pferd am besten von den Hinterhufen aufwärts, danach die Vorderbeine und anschließend den restlichen Körper von vorne nach hinten. Am Bauch, Rücken und an der Kruppe solltest du besonders vorsichtig sein, da viele Pferde sehr empfindlich an diesen Stellen sind.

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Nach dem Duschen musst du nur noch eine wichtige Sache erledigen: Das überschüssige Wasser mit einem Schweißmesser aus dem Fell deines Pferdes abziehen. Damit hilfst du deinem Vierbeiner, schneller zu trocknen und verringerst so das Risiko einer Erkältung. Du hast die Auswahl zwischen unterschiedlichen Varianten:

Es ist wichtig, dass du dein Pferd nur dann am ganzen Körper abspritzt, wenn die Temperaturen nicht unter 20° C liegen und dein Vierbeiner keiner Zugluft ausgesetzt ist. Lass ihn am besten in der Sonne trocknen, dann gehst du auf Nummer sicher. Die Nierengegend und Kruppe solltest du nur bei wirklich heißem Wetter abduschen, da es sich hierbei um empfindliche Körperstellen handelt und es durch eine kalte Dusche schnell zu Verspannungen kommen kann.

Das Abspritzen der Beine oder Waschen bestimmter Bereiche wie die Sattelgurtlage mit einem Schwamm sind auch bei kälterem Wetter möglich. Ist es dennoch notwendig, dass du dein Pferd bei kühleren Temperaturen komplett abduschen musst, dann mach danach unbedingt eine Abschwitzdecke drauf oder stelle es ins Solarium, bis es trocken ist.

In unserem Blogbeitrag „Heiß, heißer, volle Reitmontur: So überstehst du die Hitze mit deinem Pferd“ kannst du dir weitere Tipps holen, wie du deinem Pferd an heißen Tagen etwas Gutes tun kannst.

Das geeignete Shampoo fürs Pferd

Wenn du mal wieder einen ausgiebigen Waschtag einlegen möchtest, kannst du ruhig auch mal für dein Pferd Shampoo verwenden. Hierbei greifst du aber bitte nicht auf ein günstiges für Menschen aus dem Supermarkt zurück, sondern kaufe ein spezielles Shampoo fürs Pferd. Der pH-Wert des Pferdes unterscheidet sich nämlich von dem des Menschen und dementsprechend ist der Wert auch im Shampoo angepasst.

Ein gutes Shampoo fürs Pferd hat normalerweise pflanzliche Inhaltsstoffe, keine Mineralöle oder Silikone sowie einen neutralen Duft, denn Pferde mögen keinen künstlichen Geruch. Das Farbglanz Shampoo Gallop von Carr & Day & Martin zum Beispiel ist speziell zusammengesetzt und für alle Fellfarben erhältlich. Es sorgt für einen besonderen Farbglanz und durch die enthaltenen Farbverstärker und optischen Aufheller wird die natürliche Fellfarbe intensiviert.

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Beim Pferde waschen darfst du aber nicht zu oft ein Shampoo verwenden, damit die Talg- und Fettschicht als natürlicher Hautschutz gut erhalten bleibt. Es ist völlig ausreichend, wenn du im Sommer einmal im Monat ein Shampoo fürs Pferd benutzt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, zum Beispiel wenn die Tiere unter Hauterkrankungen leiden und mit medizinischen Shampoos eine Therapie benötigen. Hier solltest du dich dann aber an die Anweisungen deines Tierarztes halten.

Wir geben dir noch ein paar Tipps mit auf den Weg, wie dir ein sicheres Waschen deines Vierbeiners gelingt:

  • Trage geschlossene Schuhe! Sandalen und Flip Flops sind zwar sehr einladend im Sommer, wenn dir das Pferd aber auf den Fuß tritt, ist der Spaß schnell vorbei.
  • Sei dir darüber im Klaren, dass deine eigene Kleidung auch nass werden kann. Zieh dir also bestenfalls etwas an, das Nässe aushält.
  • Falls der Wasserschlauch bei euch am Stall nicht fest montiert ist, achte darauf, dass weder du noch dein Pferd sich im Schlauch verheddern oder drauftreten.
  • Gewöhne dein Pferd langsam an den Wasserstrahl und das Shampoo, wenn es noch nicht viel Erfahrung mit dem Waschen hat. Ansonsten kannst du dir auch einfach einen Helfer dazu holen, der es festhält.
  • Wasche das Shampoo ordentlich aus dem Fell, damit keine Rückstände bleiben und dein Pferd keinen Juckreiz bekommt.
  • Beim Abziehen mit dem Schweißmesser merkst du, ob noch Shampoo im Fell hängt. In diesem Fall musst du noch einmal den Wasserschlauch zur Hand nehmen.

Willst du deinen vierbeinigen Liebling länger als fünf Minuten sauber halten, solltest du es nach dem Waschen noch ein bisschen Schritt führen, bis es trocken ist. Mit einem nassen Körper kann es nämlich sehr verlockend sein, sich direkt im Anschluss in der Box, auf dem Paddock oder der Koppel genüsslich zu wälzen. Stört dich das nicht, kannst du ihm den Spaß natürlich gönnen.

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Hufe und Schweif waschen

Neben dem Körper kannst du natürlich noch Mähne, Schweif und Hufe waschen. Den Schweif machst du entweder mit dem Wasserschlauch gründlich nass oder tauchst ihn in einen Eimer Wasser ein. Anschließend schäumst du die Haare richtig ein und wäschst dann das Shampoo wieder gründlich aus, bis keine Rückstände mehr zu sehen sind.

Willst du die Mähne deines Pferdes waschen, solltest du ein paar Dinge beachten. Wenn du dein Pferd bereits komplett abgeduscht hast, kannst du die Mähne problemlos mit dem Wasserschlauch nass machen. Ansonsten gewöhnst du es am besten erst einmal langsam an das Wasser. Du kannst dir auch einen nassen Schwamm zur Hilfe nehmen.

Nach dem Waschen kannst du ebenso noch ein Mähnen- und Schweifspray benutzen, damit du beides leichter durchkämmen kannst und deinem Pferd dabei keine Haare herausausreißt. Steht ein Turnier bevor und du musst die Mähne dafür einflechten, solltest du allerdings auf ein Spray verzichten, denn dadurch besteht keine Griffigkeit mehr.

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Besonders an den Hufen sammelt sich schnell der Dreck vom Paddock oder von der Koppel. Damit dein Tier wieder sauber dasteht, kommst du um das Hufe waschen leider nicht herum. Die gute Nachricht: Für diesen Prozess muss es nicht zwingend warm sein, da das Wasser nicht direkt an die Pferdehaut kommt und du kannst praktischerweise auch einen Eimer mit Wasser dafür verwenden. Die Rückstände schrubbst du am besten mit einer Huf- oder Wurzelbürste weg. In unserem Blogbeitrag „Die Reinigung und Pflege der Pferdehufe“ kannst du noch einmal genaueres zu diesem Thema nachlesen.

Vorsicht beim Pferdekopf abspritzen!

Beim Abduschen des Pferdekopfes ist Vorsicht geboten, denn kaum ein Pferd mag es, wenn man ihm frontal mit dem Schlauch Wasser ins Gesicht spritzt. Du kannst dich langsam rantasten und den Wasserstrahl an das Pferdemaul heben. Einigen Pferden gefällt es, das Maul ins Wasser zu halten oder sie trinken sogar aus dem Schlauch. Schlägt dein Vierbeiner mit Kopf, sobald du nur in die Nähe des Kopfes kommst, solltest du nichts erzwingen und lieber einen Schwamm benutzen. Diesen kannst du befeuchten und sanft den Dreck oder Schweiß aus dem Gesicht entfernen.

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Vermeide unbedingt, dass Wasser in die Ohren kommt, denn dadurch kann es sogar zu Gleichgewichtsstörungen kommen. Willst du deinem Pferd die Ohren reinigen, kannst du auch hierfür einfach einen frischen Schwamm nehmen. Ein kleiner Tipp an die Besitzer von großen Pferden: Ein Hocker kann sehr nützlich sein, damit du besser an die Ohren kommst. Sei aber vorsichtig, dass dich dein Liebling dabei nicht runterstößt.

Hast du noch Fragen dazu, wie du dein Pferd richtig duschen und waschen musst oder bist du dir unsicher, welches Shampoo wirklich geeignet ist? Dann schreib es einfach in die Kommentare und wir helfen dir gerne weiter! :)

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Ich bin Bloggerin bei FUNDIS Reitsport und kann hier meinen Traum leben: Das Hobby mit dem Beruf verbinden. Seit über 20 Jahren bin ich begeisterte Reiterin und bringe euch in meinen Blogbeiträgen die Themen aus den unterschiedlichen Sparten des Reitsports näher. Fragen und Wünsche dürft ihr gerne in die Kommentare schreiben :)

- Larissa Zimmer

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