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Haltung 15.12.2020

Pferdesport - Warum Reiten die perfekte Sportart ist

Diese Frage sollte uns Pferdemenschen nur dann gestellt werden, wenn man die nächsten paar Stunden Zeit für die mit Sicherheit mehr als ausführliche Antwort hat. Denn kommen wir erst mal ins Reden über die majestätischen Pferde, das abwechslungsreiche Reiten mit den verschiedenen Reitsportarten und unserer bevorzugten Pferdesport Disziplin mit all ihren Besonderheiten, sind wir kaum noch zu bremsen. Als verrückt wird der ein oder andere uns bezeichnen, wenn wir erzählen, dass wir am Wochenende mitten in der Nacht aufstehen, um unseren Liebling einzuflechten und aufs nächste Reitturnier zu fahren, aber ganz ehrlich – ich kann ihnen die Meinung nicht verübeln.

Damit ihr demnächst eure Antwort wie aus der Pistole geschossen und den Nicht-Reitern zuliebe vielleicht auch etwas knapper formulieren könnt, haben wir euch in dem Blogbeitrag die ganzen Vorteile des Reitens sowie die Reitsport Geschichte zusammengefasst und beantworten außerdem die oft von Menschen ohne Pferdewissen gestellte Fragen „Warum ist Reiten ein Sport?“.

Spass-am-Reiten

Wie alt ist der Pferdesport?

Der Beginn der Reitsport Geschichte lässt sich wissenschaftlich sehr schwer nachvollziehen und daher ist es schwierig zu sagen, wie alt der Reitsport genau ist. Zeichnungen aus dem Orient, welche Menschen auf Pferden zeigen, lassen sich auf 2800 vor Christus datieren und sind der älteste Beweis für das Reiten. Allerdings wird davon ausgegangen, dass die Menschen Pferde schon viel früher aus Fortbewegungsmittel und zum Transport von Lasten nutzen. Auch nicht eindeutig zu klären, ist die Frage „Woher stammt das Reiten?“, da Menschen wahrscheinlich auf mehreren Teilen der Erde feststellten, wie praktisch es ist, Pferde zu nutzen als die eigenen Füße. Später zu Zeiten von Kriegen waren Truppen mit Pferden denen zu Fuß weitaus überlegener und entschieden nicht selten über Sieg oder Niederlage.  Nomadenvölker züchteten Pferde zu Kampfzwecken und bewegten sich im europäischen sowie asiatischen Raum hin und her.

In der griechischen Antike dann wurden die Pferde jedoch das erste Mal wirklich gezielt zum Reiten ausgebildet. Vielen Reitern bekannt ist der Reiterführer Xenophon, der für eine gewaltfreie Ausbildung der Pferde stand. Eine Variante, welche den Griechen damals so gar nicht bekannt war und die Reiterei revolutionieren sollte. Seine fortschrittlichen Methoden schrieb Xenophon nieder und obwohl er zwischen 430 und 355 vor Christus lebte, stimmt seine Reitlehre noch heute mit vielen Leitlinien überein.

Ritterspiele-Pferd

Die Bedeutung des Pferdes als Fortbewegungsmittel auch vor der Kutsche oder als Arbeitstier in der Landwirtschaft wurde immer wichtiger. Im Mittelalter waren die Tiere im Kampf nicht mehr wegzudenken. Daraus entwickelte sich dann auch quasi eine „Pferdesportart“ das Ritterturnier. Die in schwer gepanzerter Montur ausgestatten Ritter, ritten im vollen Galopp aufeinander zu und versuchten sich mit der Lanze vom Pferd zu stoßen. Vor allem schwere, stabile Pferde waren hierbei erwünscht.

Es ging eine ganze Weile, bis die Menschen dann schließlich im 16. Jahrhundert an einer Pferdeausbildung a la Xenophon interessiert waren. Die sanftere Art des Reitens war auf dem Vormarsch bis schließlich 1733 der französische Hofstallmeister des Königs, François Robichon de la Guérinière, eine methodisch aufgebaute Reitlehre herausbrachte, die als Grundlage des heutigen Dressurreitens gilt. Die verschiedenen Disziplinen entwickelten sich und in Deutschland fand das erste Reitturnier 1895 statt, welches mit dem heutigen Pferdesport zu vergleichen ist. Nicht viel später, im Jahre 1912, wurde das Reiten sogar zu den olympischen Disziplinen hinzugenommen.

Viele verschiedenen Reitsportarten

Jeder Reiter hat nicht nur einmal die Floskel gehört, dass Reiten ja gar kein Sport sei, da die Pferde die ganze Arbeit machen. Nicht aufregen kann ich da nur sagen, denn jeder der schon auf dem Pferd saß weiß, welcher Muskelkater vorprogrammiert ist. Das betrifft dann Körperstellen, von denen man gar nicht wusste, dass dort Muskeln existieren ;). Witzig anzusehen ist auf jeden Fall der O-Bein Stil, welcher an den Tag gelegt wird, wenn die Innenseite der Oberschenkel vor Muskelkater nur so schmerzen. Pferdesport gehört zu dem Sport, bei welchem die meisten Muskeln im Körper beansprucht werden und in dem Blogbeitrag „Gymnastik für Reiter“ kannst du gerne mehr darüber erfahren.

Reiten-die-perfekte-Sportart

Eine wirklich tolle Sache am Reiten ist, dass es viele verschiedenen Pferdesport Disziplinen gibt. Die Freizeitreiter bevorzugen es die Natur auf schönen Ausritten mit ihrem Vierbeiner zu genießen und möchten sich dem Stress des Turnierreitens ganz ersparen. Beim Springreiten ist doch etwas Mut gefragt, wenn das Pferd über die teilweisen sehr hohen Hindernisse abhebt und gutes Dressurreiten zeichnet sich durch die feine Abstimmung zwischen Menschen und Tier aus.  

Diese Reitsportarten sind am häufigsten vertreten:

·         Springreiten

·         Dressurreiten

·         Vielseitigkeitsreiten

·         Fahrsport

·         Distanzreiten

·         Westernreiten

·         Voltigieren

·         Galopprennen

Die Vorteile des Reitens

Einmal mit dem Pferdevirus infiziert, lässt es einen einfach nicht mehr los. Woran das liegt oder wie der Virus entscheidet wen er befällt, bleibt ein Rätsel. Tatsache ist jedoch, dass die Zeit mit den großen Tieren viele schöne Vorteile mit sich bring.

Verantwortung übernehmen und Vertrauen aufbauen

Sich um ein Tier zu kümmern bedeutet viel Verantwortung, denn das Lebewesen ist von dir abhängig. Keine Lust und schlechtes Wetter gelten nicht als Ausreden und als Reiter hält einen meistens so gut wie nichts davon ab, zu dem Pferd zu gehen. Da kann ein Arzt noch so oft sagen, dass man langsam machen soll, die Sorge um das eigene Tier, lässt einen nicht warten. Die Verbindung zu einem Pferd, ist etwas ganz Besonderes, das schwer erklärt werden kann. Das Vertrauen wächst mit der Zeit immer mehr und nach dem Besuch bei seinem Tier, geht es jedem Reiter einfach gut. Vielleicht ist das ein oder andere Mal die Stimmung durch eine nicht so ganz gelungene Reitstunde getrübt, aber das hält selten lange an. Gerade Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen durch die Versorgung der Tiere, was auch für das spätere Leben sehr positive Auswirkungen haben kann. 

Kinder-und-Pferde

Zeit an der frischen Luft und in der Natur

Die Reiter verbringen auf jeden Fall viel Zeit an der frischen Luft und das bei Wind und Wetter. Die Pferde wollen bewegt sein, egal welche Temperatur das Thermometer anzeigt. Regen, Sturm und Schnee können ebenso keine Ausrede sein, denn das Wohl des Tieres steht an erster Stelle. Da sind die Reiter doch schon gut abgehärtet und zum Glück gibt es für jedes Wetter die richtige Ausstattung für dich und dein Pferd.  

Was gibt es außerdem Schöneres als einen gemütlichen Ausritt in der Natur mit Freunden oder in rasantem Galopp über Stoppelfelder hinwegzufegen. Das vertreibt jegliche Sorgen und lässt ein Grinsen auf jedem Reitergesicht zurück. Sollte dein Pferd noch etwas nervös und schreckhaft im Gelände sein, frag einfach bei Stallkameraden nach, ob sie dich begleiten können, denn umso mehr dein Pferd sieht, desto sicherer wird es. Vereinbare doch mal wieder einen Gruppenausritt und damit ihr mal was Neues sehen könnt, fahrt einfach mit den Pferdeanhängern ein Stückchen vom Heimatstall weg.

Sch-ne-Natur-beim-Reiten

Freundschaften im Pferdestall knüpfen

Das gute an einem Pferdestall ist, es gibt so viele andere pferdeverrückte Menschen und das ist wirklich von Vorteil, denn dort verbringt jeder Reiter die meiste Zeit. Was für ein anderes Hobby ich habe? Entschuldigung, aber ich verstehe die Frage nicht ;). So geht es wohl jedem Pferdebesitzer, da neben dem Pferdesport nicht Zeit für viel mehr bleibt. Allerdings ist das auch ok für uns, aber nicht immer für unsere Mitmenschen, die frustriert versuchen, einen Termin mit uns zu vereinbaren. Zum Glück verstehen uns die Stallkameraden und oftmals werden enge Freundschaften geschlossen. Niemand stört es, wenn ununterbrochen vom vierbeinigen Liebling gesprochen und die letzte Reitstunde wird bis aufs letzte Detail durchgegangen wird. Fast schon wie eine eigene Sprache klingt es, wenn wir so richtig in Fahrt gekommen sind und Fachbegriffe werden sich um die Ohren geworfen. So fühlen wir uns wohl und außerdem geht das ganze Geld sowieso für unsere Pferde drauf.

Freunde-im-Stall

Hund und Pferd passt super

Ein Vierbeiner kommt selten allein. Wir praktisch, dass sich die Hunde im Stall meistens pudelwohl fühlen. Viel schöner als im langweiligen Haus zu sitzen und so viel zu sehen. Gut erzogene Hunde können auf Ausritten mitgenommen werden und auf Reitturnieren sind sowieso fast mehr Hunde als Pferde unterwegs. Da findet sich gleich mal schnell ein neuer Hundefreund zum Spielen. Außerdem bieten sich die Pferdehindernisse super an, auch den Hund zu trainieren.

Reitsport-und-Hund

Ganz ins Schwärmen geraten wir dann, wenn wir unsere beiden Lieblinge mit der gleichen Kollektion ausstatten können. Allerdings musst du dir auch bewusst sein, dass dein Hund auch für einige Zeit ruhig sein muss, wenn du dein Pferd in der Reitbahn bewegst.  

Nervenkitzel Reitturniere

Nicht jeder Reiter möchte sein Pferd auf Turnieren vorstellen, aber diejenigen, die es tun, können den Nervenkitzel hierbei nur allzu gut nachvollziehen. So lässt es sich auf ein Ziel hintrainieren, um schließlich auf dem Turnier das Können unter Beweis zu stellen. Klappt es, ist die Freude doppelt so groß und klappt es nicht, heißt es weitertrainieren. Das ist einfacher gesagt als getan, aber du darfst nie vergessen, dass es sich bei unseren Pferden um Lebewesen handelt, die auch einen schlechten Tag haben können.

Außerdem sind die Bedingungen auf dem Turnier schon sehr viel aufregender als zu Hause. Morgens früh aufstehen, Pferde rausputzen und Turnierkleidung angezogen, ein Ablauf der süchtig macht. Nach jedem Winter warten die Turnierreiter sehnlichst darauf, dass sie endlich wieder die weiße Reithose aus dem Schrank ziehen können.

Pferd-und-Reiter

Was für eine Art Reiter du auch bist, wir lieben unsere Pferde alle und wollen nur das Beste für sie. Wahrscheinlich lässt es sich einem Nicht-Pferdemenschen mit den besten Argumenten nicht erklären, warum Reiten die perfekte Sportart ist, aber die Hauptsache ist, dass wir es wissen.

Genießt die Zeit mit euren Lieblingen.

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Ich bin Lena, 28 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben.

Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.

Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. :) Viel Spaß beim Lesen!

- Lena Junker

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