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Turniere 24.05.2021

Reitturnier Routine - Mit unserer Teamreiterin Cassandra Orschel auf dem Turnier

Reitturnier Atmosphäre ist immer etwas ganz Besonderes. Die Zweibeiner sind mindestens genauso, oder eher noch nervöser als ihre vierbeinigen Sportpartner in der ungewohnten Umgebung. Wie sich unsere Teamreiterin Cassandra Orschel darauf vorbereitet und ihren Turnierablauf gestaltet, hat sie uns erzählt, als wir sie einen Tag auf dem Reitturnier begleitet haben. Für dich haben wir ihre Erfahrungen und Tipps in diesem Beitrag zusammengefasst.

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Die Tage vor dem Reitturnier

Steht ein Reitturnier am Wochenende an, gilt es natürlich, die Pferde zu Hause bestens darauf vorzubereiten. Cassandra, die auf den internationalen Turnierplätzen fast schon zu Hause ist, versucht ihre Pferde zum Beispiel in der Woche vor dem anstehenden Event zwei Mal zu springen: Parcoursspringen und Gymnastikspringen. Natürlich kommt das aber auch ganz individuell auf die Pferde an und wie regelmäßig sie schon auf Turnieren waren.

Ältere, erfahrene Tiere springt sie während der Turniersaison zu Hause nicht so viel und achtet durch Gymnastik mehr darauf, dass sie immer schön locker sind. Junge Pferde sollen aber noch die Routine im Parcours bekommen, wie das richtige Landen oder den korrekten Ablauf am Sprung, ohne hektisch zu werden. Da diese noch nicht viel Erfahrung auf Turnieren sammeln konnten, werden sie unter der Woche regelmäßig gesprungen.

An dem Tag vor dem Turnier, werden ihre Turnierpferde meistens longiert, damit sie auf dem Turnier schön frisch sind. Gehört ein Pferd aber eher zu der übereifrigen Sorte, wird es auch am Tag davor normal gearbeitet. Langweilig wird es einen Tag vor Abreise auf jeden Fall nicht. Grundsätzlich werden die Pferde gewaschen, alle Sachen wie Sattelschrank mit Sätteln, Trensen und Gamaschen gepackt, Transportdecken und -gamaschen hingelegt und die Halfter für das Turnier vor die Boxentür gehängt. Steht ein Tagesturnier an, werden die Mähnen runtergeflochten, sodass das Einflechten am nächsten, meist frühen, Morgen schneller geht.

Sattelschrank-Turnier

Für Übernachtungsturniere ist der Aufwand des Packens größer. Futter für die Zeit der Abwesenheit vom Heimatstall muss mitgenommen werden, außerdem Späne zum Einstreuen, extra Kisten für die Boxenvorhänge und der Gefrierschrank mit den Ice-Vibe Gamaschen, den sie immer vorher auf Vollständigkeit überprüft. Ein Fahrrad kann außerdem sehr praktisch sein, um auf weitläufigen Turniergeländen Schritte und Zeit zu sparen, wie jeder Turnierreiter nachvollziehen kann.

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Abreise mit vollem Pferde LKW

Früh klingelt meistens der Wecker an Tagesturniertagen, da Cassandra mindestens 1 – 1,5 Stunden vor Abfahrt im Stall sein möchte, um nicht in Stress zu geraten. Hier heißt es dann nochmal drüber putzen, Mähne fertig einflechten, Hufe auskratzen und einfetten. Sollte das Turnier erst mittags sein, kommen kernigere Pferde auch gerne morgens in die Führmaschine. Das Verladen gleicht dann auch nochmal einer Wissenschaft für sich. Hengst natürlich nicht neben Stuten und dann sollten die Tiere möglichst so auf dem LKW stehen, damit auf dem Turnier nicht viel hin und her gewechselt werden muss während des Tages.

Mit nicht mehr als sieben Pferden geht es dann für die Profireiterin allein oder mit bis zu zwei Helfern los aufs Turnier. Bei Tagesturnieren legt sie Wert darauf, dass diese nicht weiter als 1,5 Stunden entfernt sind und sie ungefähr eine Stunde vor Prüfungsbeginn vor Ort ist.

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Viel lieber reitet sie allerdings sowieso auf Übernachtungsturnieren ungefähr zwei Mal im Monat. „Da kann ich alles viel besser einplanen“, antwortet sie auf die Frage nach dem Grund hierfür. Die Abreise sieht bei mehrtägigen Turnieren etwas anders aus und richtet sich ganz nach dem Vet-Check, vor dem sie mindestens en bis zwei Stunden auf dem Turniergelände sein möchte.

Das Verladen von drei bis sieben Pferden braucht seine Zeit und natürlich muss auch immer mit unvorhergesehen Ereignissen wie einem Stau gerechnet werden. Daher fährt sie bei Strecken über fünf Stunden auch mal einen Tag vorher los, um Stress zu vermeiden. Bei einer Handvoll Turnieren im Jahr, die in Italien oder Spanien stattfinden, muss außerdem eine Anreise mit ein oder sogar zwei Zwischenstopps geplant werden, da die Fahrt an einem Stück viel zu lange für die Tiere ist. Das ist momentan durch Corona aber nicht der Fall.

Erst einmal ankommen

Nach dem Ankommen bleibt bei einem Tagesturnier nicht viel Zeit, bis das erste Pferd gesattelt werden muss. Bis dahin wird der Zeitplan studiert, schnell ab zur Meldestelle gehuscht und der Parcours abgegangen. Dann geht es auch schon los. Junge und aufgeregte Pferde werden vor dem Aufsitzen kurz ablongiert, um sie etwas an die Atmosphäre zu gewöhnen, bevor es in den Parcours geht.

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Auf den großen Turnierplätzen geht das Ankommen etwas ruhiger zu, da die Prüfungen nicht direkt starten. Da wird erst mal geschaut, wo die Boxen sind, diese eingestreut und der LKW abgeladen. Die Tiere bekommen Wasser und Heu, damit sie sich gleich in den Turnierboxen wohl fühlen. Allerdings geht das Stresslevel bei den Vet-Checks dann doch nochmal hoch. Lange Warteschlangen, in denen die Pferde auch mal wilder werden, vor allem wenn Hengste dazwischen sind, können die Geduld etwas auf die Probe stellen. Davon mal abgesehen, dass natürlich immer die Anspannung mitschwingt, ob die Pferde auch durch den Vet-Check kommen.

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Es kann außerdem vorkommen, dass die Tiere zu Beginn in den Stallzelten etwas gestresst sind mit den vielen neuen Eindrücken, wenn sie noch nicht oft unterwegs waren. Mit pflanzlichen Mitteln, welche selbstverständlich nicht unter Doping fallen, versucht Cassandra mit ihrem Team die Nerven der Tiere im Zaun zu halten und achtet darauf, sie mehrmals am Tag zu führen. So können sie sich recht schnell an die Atmosphäre gewöhnen. „Grundsätzliche habe ich aber sehr Glück mit durchweg braven und gelassenen Pferden“, betont die Reiterin.

So läuft das Reitturnier für Reiter und Pferd ab

Da Cassandra Tagesturniere meistens so auswählt, dass sie möglichst viel Reiten kann, beziehungsweise möglichst viele Pferde mitnehmen kann, geht alles immer ziemlich Schlag auf Schlag zu. Bei sieben eigenen, fünf Vollberitt und drei bis vier Teilberitt Pferden hat sie auf jeden Fall eine große Auswahl und von Springpferde A bis Große Tour alles dabei. Nicht mehr als zwei Prüfungen für ein Pferd am Tag und wenn es mehrere Tage sind auch nur eine Prüfung mit möglichst einem Tag Pause dazwischen, sind für die Landesmeisterin von Schleswig-Holstein sehr wichtig.

Die Pferde bleiben auf dem LKW und einer nach dem anderen wird für die Prüfungen gerichtet. Da bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen zwischendurch, aber es muss sich natürlich auch lohnen, wenn man schon losfährt, ist Cassandras Meinung.

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Sind die Pferde in den Turnierboxen untergebracht, gestaltet sich das Satteln und fertig machen vor der Prüfung etwas einfacher. Mehr Platz und kein nerviges hin und her laden auf dem LKW, damit das nächste Pferd vorne steht.

Auf Übernachtungsturnieren kommen die Pferde mindestens zwei Mal, wenn nicht sogar drei oder vier Mal am Tag raus. Sie werden, wenn möglich, morgens und abends geführt, dann natürlich der Prüfungsstart und vor großen Prüfungen reitet sie morgens nochmals Dressur.

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Haben die Pferde ein Tag Pause, wird locker dressurmäßig geritten. Sie sucht die Turniere in der Regel zum einen nach viel Preisgeld und Weltrangslistenspringen aus, aber zum anderen ist auch ein guter Boden wichtig. Sollte der Boden nicht den besten Ruf haben und Regen angesagt sein, verzichtet Cassandra lieber auf einen Start, denn dafür hat sie schon zu viele Verletzungen ihrer Vierbeiner erlebt.

Als größte Herausforderung bei Turnieren nennt Cassandra das Vorstellen der Pferde auf den Punkt. Schwieriger ist das nochmal bei Kundenpferden, da der Druck größer ist. Sie selbst bezeichnet sich aber auch als sehr ehrgeizig, weswegen die Anspannung vor wichtigen Prüfungen natürlich nochmal größer ist. Allerdings ist das mittlerweile auch schon zur Routine geworden.

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Damit die Tiere gut versorgt sind, um ihre beste Leistung zeigen zu können, bekommen sie mittags auf den Turnieren immer Mash. Außerdem gehören zur täglichen Turnierroutine auch: Ice-Vibe Gamaschen, Magnetfelddecken, Arnica oder Tendonil Gel und Clay Paste. Alles, um die wertvollen Pferdebeine zu schützen und damit sich die Vierbeiner wohl fühlen. Die Spielzeuge für die Pferde, welche in den Turnierboxen aufgehängt werden, sind außerdem auch immer dabei. 

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Als eines ihrer Lieblingssturnier nennt sie Silesia Equestrian im polnischen Jakubowice. Es kann durch eine familiäre Atmosphäre und festen Turnierboxen mit Wasser überzeugen. Außerdem ist ein Badesee nebendran, der es den Reitern ermöglicht, auch mal in den zwei Wochen etwas abschalten zu können und die Batterien wieder aufzuladen. Leider musste das Turnier wegen Corona abgesagt werden und leider lässt sich schwer sagen, wann und ob die Turnierveranstalter überhaupt die gewohnten Events wieder aufnehmen.

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier

Müde und nach einem langen Tag, Wochenende, oder Wochen wird alles wieder in den LKW gepackt und verladen und die Heimreise angetreten. Da kein Heu oder Einstreu mehr mit zurückgenommen werden muss, geht das Zusammenpacken etwas schneller. Daheim angekommen werden zuerst die Pferde abgeladen, LKW abgemistet und die Sachen ausgeräumt. Ist es schon recht spät und am darauffolgenden Tag wird nicht wieder direkt losgefahren, kann es schon vorkommen, dass die Sachen erst am nächsten Tag geputzt werden. Ansonsten muss erst noch alles für den nächsten Turniertag gerichtet werden.

Steht kein Turnier an, dürfen die Turnierpferde den nächsten Tag entspannt auf dem Paddock oder der Koppel genießen. Auf die Frage nach ihrer Pause sagt sie lachend, dass sie leider nicht auf die Koppel darf, allerdings hat sie montags in der Regel frei. Waren die Tiere längere Zeit unterwegs, bekommen sie sogar zwei ruhige Tage mit entweder Führmaschine, Longe am Halfter, Paddock, Koppel, grasen lassen oder Ausreiten. Zwei Mal am Tag kommen sie raus und das alles, um die vierbeinigen Sportbeine glücklich und zufrieden zu halten.

Vielen Dank Cassandra für deine Einblicke in das Turnierleben und viel Erfolg für die Saison!

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Ich bin Lena, 29 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben.

Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.

Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. :) Viel Spaß beim Lesen!

- Lena Junker

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