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Ausbildung 01.03.2021

Reitbegleithund: So funktioniert es mit Hund und Pferd

Ein Vierbeiner kommt selten allein und was gibt es Schöneres als die beiden haarigen Lieblinge zusammen um sich zu haben. Pferd und Hund gemeinsam auf entspannten Ausritten in der Natur, klingt wie der Traum jeden Tierliebhabers. Die Ausbildung zum Reitbegleithund ist nicht von heute auf morgen abgeschlossen und wie immer bei Tieren mit sehr viel Geduld verbunden. In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie es mit Hund und Pferd funktionieren kann.

Reitbegleithund welche Rasse?

Solltest du dir einen Hund zulegen wollen, solltest du dir erst einmal genau überlegen, was du deinem Tier bieten kannst. Bist du viel zu Hause und hast Zeit für lange Spaziergänge, Hundesport und andere Aktivitäten mit dem Vierbeiner, oder brauchst du eher einen ruhigen Hund, der auch längere Zeit allein zu Hause bleiben kann. Viele andere Gegebenheiten sollten in deiner Entscheidung außerdem eine Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel Größe der Wohnung, Garten, oder auch weitere Familienmitglieder. Das ist erst einmal ganz losgelöst von dem Thema Reitbegleithund zu betrachten und sehr wichtig, damit du deinem Hund eine artgerechte Haltung ermöglichen kannst.

Australian Shepherds zum Beispiel brauchen sehr viel Bewegung, mentale Stimulation, einen großen Garten und am besten eine Aufgabe wie Tiere hüten oder Hundesport. Durch ihre körperliche Fitness sind sie zum Beispiel gut geeignet, um bei großen Ausritten mitzuhalten. Allerdings sind sie keine gute Wahl, wenn du vielleicht ein oder zwei Mal die Woche einen Ausritt unternimmst und sie ansonsten jeden Tag in der Wohnung verbringen. Ruhigere Hunde, die auch mit weniger Bewegung zufrieden sind, neigen allerdings dazu auf Ausritten zu schnell müde zu werden und können nicht mit dem Pferd mithalten.

Pferd-und-Hund

Daher solltest du dir nicht nur die Frage stellen: „Welche Hunde eigenen sich als Reitbegleithund?“, sondern dir vielmehr Gedanken darüber machen, wie ein Hund in dein Leben passt. So schön die Vorstellung von gemeinsamen Ausritten auch ist, denke immer daran, dass die kleinen Vierbeiner sehr viel Verantwortung bedeuten und auch Training erfordern. Auf der Website von dem Verband für das Deutsche Hundewesen kannst du dir alles Wissenswerte über die verschiedenen Hunderassen durchlesen und Züchter finden.

Prinzipiell kann jeder Hund dazu ausgebildet werden, neben dem Pferd mitzulaufen, allerdings ist es wahrscheinlich keine Überraschung, dass sich als Reitbegleithund viele Rassen besser eignen als andere. Ausschlaggebend ist am Ende jedoch das Temperament des Hundes, wie sehr der Jagdtrieb und Hüteinstinkt ausgeprägt sind und letztendlich natürlich die Ausdauer sowie die Gesundheit des Vierbeiners. Was du auf einem Ausritt wirklich nicht gebrauchen kannst, ist, wenn dein Hund vom Jagdinstinkt gepackt wird und sich in den Wald auf und davon macht. Das bedeutet aber nicht, dass Jagdhunde sich generell nicht als Reitbegleithunde ausbilden lassen, allerdings ist vor allem bei diesen Rassen besonders wichtig, dass sie auch bei Ablenkung jederzeit auf dich hören.

Kleine Hunde sind meistens auch nicht die beste Wahl bei der Reitbegleithund Rasse, da es ihnen mit ihren kurzen Beinen oftmals an Ausdauer fehlt und sie selten mit den schnelleren Gangarten mithalten können. Ausnahme sind hier die Jack Russell Terrier, die es lieben, lange unterwegs zu sein. Jedoch ist das Problem bei kleinen Hunden, dass sie schnell unter die Pferdebeine geraten und das Anleinen vom Pferd aus gestaltet sich als sehr schwierig.

Beschnuppern-Pferd-und-Hund

Geeignete Hunderassen als Reitbegleithund:

  • Golden Retriever
  • Australian Shepherd
  • Border Collie
  • Beagle
  • Jack Russel Terrier
  • Dalmatiner

Hund und Pferd aneinander gewöhnen

Die ersten Annäherungsversuche sind für beide Tiere sehr wichtig und sollten so gestaltet werden, dass sie mit positiven Erlebnissen verknüpft werden. Du kannst deinen Hund schon als Welpen mit in den Stall nehmen, um ihn an die wesentlich größeren Vierbeiner zu gewöhnen, aber du musst darauf achten, dass der Hund keine traumatischen Erlebnisse, wie Tritte vom Pferd, erlebt. Das kann unter Umständen dazu führen, dass immer eine Angst vor dem Pferd bleibt und eine Ausbildung zum Reitbegleithund gestaltet sich wesentlich schwerer. Der Hund muss auch lernen, dass der Stall kein Spielplatz ist. Ansonsten kann es gefährlich werden, wenn Pferde in den Putzboxen stehen oder im Stall geführt werden und die Hunde drum herumtoben.

Hunde-im-Stall

Sollte dein Hund noch keinen Kontakt zu den großen Vierbeinern gehabt haben, empfiehlt es sich für die Erstbegegnung, ein ruhiges Pferd zu wählen, welches den Umgang mit Hunden gewohnt ist. Manche Pferde können aggressiv auf Hunde reagieren und auf sie los gehen, weswegen du immer achtsam sein solltest.

Andersherum ist es natürlich auch ratsam einen ruhigen Hund zum Kennenlernen auszusuchen, sollte dein Pferd noch nie mit den Fellknäulen zu tun gehabt zu haben oder du nicht weißt, wie dein Pferd reagiert.

Frage eine zweite Person um Hilfe für das erste Beschnuppern und lege fest, wer verantwortlich für Hund und Pferd ist.  Wähle einen Ort, der für beide Tiere vertraut ist und eventuell gesichert, sollte sich das Pferd erschrecken und losreisen. Außerdem sollte genügend Platz sein, damit der Hund ausweichen kann und sich nicht in die Enge getrieben fühlt. Belohne jedes gute Verhalten deines Hundes mit einem Leckerli. Markiere hierbei auch kleine Schritte und positive Annährungsversuche. Überstürze jedoch nichts und beginne aus mehreren Metern und gehe langsam aufeinander zu.

Zwinge keines der Tiere in Situationen, in denen sie sich unwohl fühlen und mache im wahrsten Sinne des Wortes erst nochmal einen Schritt zurück. Wichtig ist auch, dass sich der Hund ruhig dem Pferd nähert und nicht in die Leine springt. Sollte das der Fall sein, gibt das Kommando Sitz oder Platz und belohne deinen Hund, wenn er sich wieder beruhigt hat, bevor du dich wieder dem Pferd näherst.

Achte auf jegliche Körpersprache beider Tiere welche Zeichen für Aggression, Angst, sehr hohe Erregung oder weiteres nicht gewolltes Verhalten ist. Hunde reagieren zum Beispiel häufig mit Zähneblecken und Pferde mit Beinstampfen oder Vorderbeinheben.

Ausbildung zum Reitbegleithund

Bevor du überhaupt mit dem Reitbegleithund Training anfängst, muss dein Hund zuverlässig auf die Grundkommandos hören. Hierzu gehören:

  • Sitz
  • Platz
  • Bleib
  • Komm
  • Bei Fuß
  • Wechsel (um von einer Seite auf die andere zu wechseln)

Diese Kommandos müssen immer funktionieren, egal wie groß die Ablenkung von außen auch ist. Da reicht nicht nur die Welpenschule, sondern richtiges Training ist gefragt. Sitzt du auf dem Pferd, musst du dich darauf verlassen können, dass dein Hund den Kommandos folgt. Ansonsten kann es für dich, dein Pferd, andere Personen und auch deinen Hund sehr gefährlich werden. Ziehe dir dazu einen Hunde Trainer hinzu, damit du dir sicher sein kannst, dass dir dein Hund zu 100 Prozent folgt.

Hast du deine beiden Vierbeiner miteinander bekannt gemacht, kannst du zum Beispiel zusammen spazieren gehen. Der Hund sollte dabei auf der Höhe des Menschen gehen. Eine gute Übung ist auch, den Hund am Fahrrad darauf zu trainieren, auf der Höhe des Beines zu bleiben. Dies ist wichtig für das spätere Reiten, da auch hier der Hund immer auf Höhe des Reiterbeins laufen sollte. So kann das Pferd ihn sehen und der Hund ist vor Tritten, oder dem Überrannt werden, sicher.

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Du kannst dir zu Beginn immer einen Helfer dazu holen. Der kann von außen korrigieren, wenn der Hund nicht auf seiner Position bleibt. Dein Helfer kann außerdem schnell eingreifen, sollte mal etwas nicht nach Plan verlaufen. Für kritische Situationen ist für den Reitbegleithund die Leine auch wichtig. Verwende keine Schleppleine, da diese das Verletzungsrisiko erhöht und auch die sogenannten Flexileinen sind nicht optimal, da das dünne Band das Pferd verletzen könnte.

Verwende eine stabile zwei Meter lange Leine mit einem einfachen Verschluss, sodass du dein Hund vom Pferd aus Anleinen kannst. Diese Übung kann dir in vielen Situationen helfen, sei es viel Straßenverkehr, andere Hunde oder andere kritische Situationen. Am Fahrrad kannst du das zuerst sehr gut üben, bis der Hund versteht, was er machen soll. Auf dein Kommando, das du selbst wählen kannst, sollte er auf die Hinterbeine stehen und die Vorderbeine an dein Bein legen. Durch ein Herunterbeugen in Richtung deines Beines kannst du nun die Leine an- und abklicken, ohne vom Fahrrdad, oder später dann vom Pferd, absteigen zu müssen.

Funktioniert das einwandfrei, führe diese Übung vom Pferd aus durch. Hole dir auch hier zuerst eine zweite Person hinzu, da dein Pferd erschrecken könnte, wenn der Hund die ersten Male mit den Vorderpfoten in Richtung deines Stiefels steigt und dabei unter Umständen das Pferd berührt.

Der Wechsel von einer Seite auf die andere kann auch in vielen Situationen hilfreich sein und sollte auf jeden Fall vom Pferd aus geübt werden. Vor allem auch, damit das Pferd nicht erschreckt, wenn der Hund hinten um es herum geht.

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Achte beim Ausreiten mit Hund und Pferd darauf, dass beide Vierbeiner gut zu erkennen sind. Das ist vor allem beim Reiten in der Dämmerung wichtig. Da von anderen Verkehrsteilnehmern das große Pferd zuerst wahrgenommen wird, kann der Hund leicht übersehen werden. Verwende daher Ausrüstung, die reflektiert oder leuchtet wie das Nobby Leuchthalsband Visible. Wie du dich und deine beiden Lieblinge gut sichtbar machst, kannst du in dem Blogbeitrag "Reflektierende Reitbekleidung sowie Ausrüstung für Reiter, Pferd und Hund" nachlesen.

Es empfiehlt sich auch für den Reitbegleithund einen Kurs zu besuchen oder auch wieder mit einem geeigneten Hundetrainer zusammenzuarbeiten. Das Fluchttier Pferd und Jagdtier Hund sind von ihrer Natur aus nicht unbedingt dazu geeignet miteinander zu funktionieren, weswegen das richtige und vor allem geduldige Training sehr wichtig ist. Helfen kann dir auch der Besuch auf einer Hund und Pferd Messe, bei der viele Experten vertreten sind, die sich mit dem Thema beschäftigen und nebenher kannst du direkt für beide vierbeinigen Lieblinge gleichzeitig shoppen.

Reitbegleithund

Wir wünschen dir ganz viel Spaß mit deinen Vierbeinern und hoffen, dass ihr als eingespieltes Trio eine tolle Zeit verbringen könnt.

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Ich bin Lena, 28 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben.

Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.

Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. :) Viel Spaß beim Lesen!

- Lena Junker

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