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Ausbildung 25.01.2021

Bodenarbeit mit Pferden: Mehr als nur eine willkommene Abwechslung

Das Arbeiten mit Pferden vom Boden aus, hört sich für den ein oder anderen Reiter vielleicht erst mal nicht so verlockend an. Es macht doch einfach viel zu sehr Spaß, den Boden vom Pferderücken, aus etwas Entfernung betrachten zu können. Allerdings hat die Bodenarbeit für Pferde sehr viele Vorteile und kann durch verschiedene Bodenarbeit Übungen willkommene Abwechslung bieten. Die Fragen „Wie macht man Bodenarbeit mit dem Pferd?“ und vieles andere beantworten wir in diesem Blogbeitrag.

Steigen-an-der-Hand

Was ist Bodenarbeit?

Viele Reiter assoziieren mit Bodenarbeit das Steigen lass an der Hand, die Arbeit am langen Zügel und vieles mehr. Eigentlich ist es aber ganz simpel: Bodenarbeit ist alles, was du mit deinem Pferd vom Boden aus machst. Sogar das Führen von A nach B gilt schon als Bodenarbeit und die richtige Ausführung ist wichtiger als so mancher denkt.

Das Longieren gehört selbstverständlich auch zur Arbeit vom Boden dazu und ist wahrscheinlich die beliebteste und weit verbreitetste Art der Bodenarbeit unter den Pferdemenschen. Wie praktisch ist es auch, den Vierbeiner kurz an die Longe zu hängen, wenn man keine Zeit oder Lust auf Reiten hat. Allerdings ist es dann doch nicht so einfach, denn mit dem falschen Longieren, ist dem Pferd wirklich kein Gefallen getan, aber andersherum kannst du mit dem korrekten Longieren weitaus mehr erreichen, als das reine Beine vertreten. Lies dir für mehr Infos den Blogbeitrag „Pferde korrekt longieren: Das solltest du darüber wissen“ durch.

Longieren-Pferd

Die Vorteile von Bodenarbeit

Wo kann ich da nur anfangen? Der Nutzen von Bodenarbeit ist wirklich sehr vielfältig. Ein guter Grund, das Pferd zwischendurch vom Boden aus zu arbeiten, ist die Abwechslung. Bei immer gleichem und monotonem Training verliert das Pferd schnell die Konzentration und Motivation. In der freien Wildbahn begegnen ihnen viele unterschiedliche Hindernisse, die Geschicklichkeit und Intelligenz erfordern, allerdings bei unserem heutigen Hauspferd häufig zu kurz kommen. Daher solltest du darauf achten, das tägliche Training mit deinem Tier so vielfältig wie möglich zu gestalten und da bieten viele Bodenarbeitsübungen die perfekte Möglichkeit.

Eine gute Beziehung voller Respekt und Vertrauen zwischen dir und deinem Vierbeiner ist außerordentlich wichtig für ein harmonisches zusammenarbeiten. Viele Pferdebesitzer meinen, sie müssen besonders streng zu dem Pferd sein, um in der Rangfolge höher zu stehen und das ist natürlich zu einem gewissen Grad auch richtig. Allerdings bringt es nichts, dein Tier zu verängstigen, da es so nie Vertrauen zu dir aufbauen wird. Außerdem akzeptieren Pferde nur jemanden als ihr „Leittier“, wenn sie Respekt haben und sich sicher fühlen. Bodenarbeit kann dabei helfen, den Respekt, Vertrauen sowie die nötige Sicherheit aufzubauen und dir somit auch viel beim Reiten nutzen.

Vertrauen-Pferd-und-Mensch

Gerade Bodenarbeit mit jungen Pferden kann das Fundament für eine gute Ausbildung sein. Hat das Pferd vom Boden aus Vertrauen zu dir, fällt es viel leichter, Ausrüstungsgegenstände wie Sattel und Trense einzuführen. Hilfreich kann es außerdem sein, wenn die Person, bei der das Pferd am meisten Sicherheit hat, im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Boden bleibt. Damit ist gemeint, dass du am besten nicht selbst das erste Mal in den Sattel steigst, sondern als Bezugsperson dein Pferd besser festhältst, wenn es sich an das Reitergewicht gewöhnt.

Des Weiteren kannst du bei der Bodenarbeit mit jungen Pferden die Tiere an Kommandos gewöhnen, wie Schritt, Trab und Galopp. Kennt dein Pferd diese Wörter kannst du sie beim Einreiten als Unterstützung nutzen und so deinem Vierbeiner das Erlernen der Hilfen erleichtern. Ab wann Bodenarbeit mit Fohlen Sinn macht, kommt ganz auf die Bodenarbeit an. Das Heben der Hufe zum Beispiel oder die Gewöhnung an das Alter kann schon recht früh passieren. Die Grunderziehung oder auch spielerische Aspekte wie Ballspielen oder das Treten über eine Plane kannst du mit Pferden ab einem Alter von einem Jahr ausprobieren. Bodenarbeit mit dem Zweck der Gymnastizierung sollte allerdings erst mit Pferden ab drei Jahren auf dem Ausbildungsplan stehen.

Vor allem Westernreiter nutzen die Bodenarbeit vor dem Reiter, um das Pferd und auch sich selbst aufzuwärmen. Sie können dadurch außerdem besser einschätzen, in welcher Verfassung und Stimmung sich der Vierbeiner befindet und gegebenenfalls die Pläne für das Training anpassen. Jeder Reiter wärmt sein Pferd mehrere Minuten im Schritt auf, oder sollte es zumindest. Allerdings sitzen wir hierbei meistens schon im Sattel und das bedeutet auch auf einem kalten, meist noch verspannten, Pferderücken. Gerade für Pferde, die etwas empfindlich in der Rückenpartie sind, kann das sehr unangenehm sein und zu mehr Verspannung führen.

Pferd-F-hren

Generell bietet dir Bodenarbeit eine gute Möglichkeit dein Pferd schonend zu gymnastizieren und außerdem Muskeln aufzubauen, ohne dass das zusätzliche Reitergewicht getragen werden muss. Das ist natürlich vor allem für alte, junge, oder untrainierte Pferde wichtig, aber auch Reitpferde, die generell fit sind, kann ein Übertraining mit Bodenarbeit vermieden werden. Die Tiere können sich freier bewegen und wie gesagt, darf das zusätzliche Gewicht des Reiters und der Ausrüstung nicht unterschätzt werden.

Die natürliche Schiefe des Pferdes, kann zu einer falschen Belastung des Bewegungsapparates führen und somit früher oder später zu Lahmheiten und Verschleißerscheinungen. Dies kann zum Beispiel vom Boden aus, sehr gut und schonend korrigiert werden. Bodenarbeit mit Stangen oder kleinen Hindernissen trainiert außerdem die Muskulatur und gewöhnt junge Pferde an die ungewohnte Aufgabe.

Bodenarbeit für Einsteiger

Als Neuling stellt man sich erst mal die Frage: „Wie fange ich mit Bodenarbeit an?“. Ganz einfach ist das eigentlich. Du schnappst dir dein Pferd, ein Halfter, Trense oder Kappzaum sowie einen Führstrick und schon kann es los gehen. Außerdem empfiehlt es sich eine Gerte in der Hand zu halten, die als verlängerter Arm dient, um so dein Pferd zum Beispiel an der Seite antippen zu können, wenn du vor ihm stehst. Leckerlis zur Belohnung sind auch hilfreich, um die Motivation deines Pferdes aufrecht zu erhalten. Verwende jedoch keine Zuckerwürfel, sondern wähle gesündere Alternativen. Achte auch darauf, dein Pferd nicht zu überfüttern, da ansonsten eine Kolik droht.

Leckerlis-als-Belohnung-f-r-das-Pferd

Bodenarbeit Übungen für Anfänger gibt es wirklich genug. Du kannst dir zum Beispiel einen Trainer oder auch eine erfahrene Person suchen, die dir verschiedene Übungen und deren Ausführung zeigen können. Oftmals ist es sinnvoll einen speziellen Bodenarbeitsstrick zu benutzen. Dieser ist 3,7m lang und somit länger als ein normaler Führstrick, um die häufig gestellte Frage „Wie lange muss ein Führstrick für die Bodenarbeit sein?“ zu beantworten.

Außerdem ist die Schnalle recht klein, welches den Vorteil bringt, dass diese nicht unangenehm auf der Nase des Pferdes liegen, solltest du zum Beispiel einen Kappzaum verwenden. Außerdem kommen die Signale auch besser an, da sie nicht von einem schweren Verschluss „verfälscht“ werden.

Kappzaum-Pferd

Es macht auf jeden Fall Sinn, sich das korrekte Longieren oder auch das Longieren an der Doppellonge zeigen zu lassen. Gleiches gilt auch für die Arbeit am langen Zügel. Die falsche Anwendung kann nicht nur gefährlich sein, sondern deinem Pferd auch schaden.  

Aber scheue dich nicht davor neue Dinge auszuprobieren, denn das bedeutet nicht nur für dich Lernen, sondern auch für deinen Vierbeiner.

Bodenarbeit, was kann man alles machen?

Die Möglichkeiten und Variationen in der Bodenarbeit sind so vielfältig, dass es den Rahmen sprengen würde, diese alle aufzuzählen. Allerdings gibt es ein paar Übungen, die dir nicht vorbehalten bleiben sollen.

Für den Anfang solltest du dein Pferd darauf trainieren, auf deine Körpersprache zu reagieren. Einfaches Anhalten und wieder Antreten mit durchhängendem Strick ist hierbei gewollt. Mache dich groß, wenn du zum Halten kommen möchtest und lehne dich nach vorne, wenn du wieder los gehen möchtest. Nimm zu Beginn den Strick zur Hilfe, um dein Tier durchzuparieren, aber schon nach kurzer Zeit sollte das auch ohne gehen.

Der nächste Schritt ist nun das Rückwärtsrichten nur mit der Körpersprache. Drehe dich nach dem Anhalten um, mache dich sehr groß und gehe auf die Schulter deines Pferdes zu. Reagiert es nicht, kannst du es bestimmt, aber nicht grob, zurückschieben oder mit der Gerte leicht antippen und das Kommando zurück verwenden. Nach ein paar Versuchen haben die Tiere in der Regel verstanden, was von ihnen gewollt wird. Klappt das gut, kannst du das auch frei, ohne Strick versuchen. Wähle hierzu am besten einen eingezäunten Longierzirkel aus Sicherheitsgründen und dass dein Pferd nicht so leicht abgelenkt wird.

Nun kannst du verschiedene gebogene Linien gehen, zwischendurch anhalten, rückwärtsrichten und die Richtung wechseln. Das Antraben ist auch eine Abwechslung, die sich in diese Bodenarbeit einbauen lässt. Vergiss aber nicht dein Pferd zwischendurch zu loben und Streicheleinheiten einzubauen. Auch das ein oder andere Leckerli hat sich dein Vierbeiner mit Sicherheit verdient.

Ein kleiner Tipp: Diese Bodenarbeit Übung fällt leichter, wenn du dein Pferd vorher longiert hast. Danach folgen die Tiere meistens besser ihrem Pferdebesitzer und da Schritt nach dem Longieren sowieso wichtig ist, könnt ihr das auch mit der oben genannten Übung verbinden.

Bodenarbeit-ohne-Halfter

Ganz beliebt ist zum Beispiel auch die Bodenarbeit mit Stangen. Du kannst dein Pferd drum herum führen, aber auch über die Stangen treten lassen. Das fördert die Konzentration und auch die Geschicklichkeit deines Vierbeiners und ist im Schritt und Trab möglich. So kannst du außerdem auch an deiner Fitness etwas arbeiten. Lege dir ein doppeltes L mit Stangen, sodass der Durchgang zwischen 80 cm und 1 m breit ist, je nachdem wie geübt dein Liebling ist. Nun kannst du dein Pferd darüber und hindurch führen, darin anhalten oder das Tier rückwärts ums Eck treten lassen. Für etwas Geübtere kannst du dein Pferd über die Stange führen, sodass die Vorderbeine auf der einen Seite und die Hinterbeine auf der anderen Seite sind. Nun lässt du es seitwärts weichen und achtest darauf, dass es nicht über die Stange tritt.

Wichtig ist, dass du immer geduldig bleibst und dein Pferd ausreichend lohnst, ansonsten verliert es die Lust an der Bodenarbeit.

Gelassenheitsübungen sind auch sehr beliebt, um dem Pferd die Schreckhaftigkeit zu nehmen. Nimm dir hierzu am besten ein paar Stallkameraden zur Hand und baut zusammen einen kleinen Parcours auf mit allem, was ihr so finden könnt. Planen, Plastiktüten, Regenschirme, Bälle und vieles mehr, vor dem die großen Vierbeiner gerne mal Angst haben. Nehmt euch Zeit und bleibt jeder Zeit ruhig, um das auf die Tiere zu übertragen. Nun könnt ihr zusammen den Parcours abgehen und die neuen Hindernisse langsam kennen lernen. Die Stallkameraden können zum Beispiel nebenher Ball spielen oder den Regenschirm auf- und zuklappen. So wird dein Pferd schnell abgehärtet und die nächste Turnieratmosphäre bringt es nicht mehr aus der Fassung.

Bodenarbeit Zubehör

„Was braucht man für die Bodenarbeit?“ ist die finale Frage, wenn du mit der Bodenarbeit beginnen möchtest. Wie oben schon erwähnt, hält sich dies eigentlich in Grenzen. Viele Übungen der Bodenarbeit kannst du erst einmal mit Halfter oder Trense und Strick, oder einem längeren Bodenarbeitsstrick, durchführen. Pferdemenschen, die oft Bodenarbeit mit ihren Tieren machen, verwenden gerne ein Knotenhalter oder Kappzaum. Lang genug muss die Gerte sein, damit du leicht die Seite deines Pferdes erreichen kannst, um die Frage „Welche Gerte für die Bodenarbeit?“ simpel zu beantworten. Für viele Übungen macht es dann Sinn, sich im Laufe der Zeit einen längeren Strick zuzulegen. In der Regel sind diese 3 m lang und lassen dadurch viel Bewegungsfreiheit für das Pferd und dir noch genug Kontrollmöglichkeit.

Longierbedarf

Zum Longieren benötigst du dann eine Longe, Longiergurt mit Unterlage, Longierpeitsche und außerdem Trense oder Kappzaum. Empfehlenswert ist außerdem das Longieren mit der Doppellonge, welches du dir aber unbedingt von einem Experten zeigen lassen solltest. Hierfür wird dann eine spezielle Doppellonge benötigt und außerdem ist ein Longiergurt mit Umlenkrollen empfehlenswert, mit der sich die Longe besser führen lässt. Für das Erlernen dieser speziellen Longierart werden häufig Kurse angeboten, die für Anfänger geeignet sind.

Ansonsten kannst du viel Zubehör meistens bei dir zu Hause finden: Planen, Bälle, Regenschirme und an was du sonst noch so denken kannst.

Viel Spaß auf jeden Fall, wenn du mit deinem Vierbeiner etwas Neues ausprobierst und erfahren kannst, wie sich dadurch eure Beziehung verbessern kann.

 Pferd-Mensch-Beziehung

Autor


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Ich bin Lena, 28 Jahre alt und liebe es, für euch Beiträge zu schreiben.

Vor über 20 Jahren habe ich meine Liebe zu den Pferden entdeckt und diese sogar durch mein Studium Pferdewirtschaft zu meinem Beruf gemacht. Gerade reise ich durch Australien und versuche noch mehr verschiedene und internationale Eindrücke in die Pferdewelt zu bekommen.

Solltet ihr Wünsche zu bestimmten Themen haben - immer her damit. :) Viel Spaß beim Lesen!

- Lena Junker

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